Open Source im professionellen Einsatz

Bewährtes bleibt natürlich an Bord

Nicht erst seit Knoppix 7.0 dabei, aber keinesfalls zum alten Eisen zählt beispielsweise das Tool »0wn« . Der Festplatten-Installer packt den Inhalt der DVD auf Festplatte aus und richtet Grub dort als Bootloader ein. Geht mal was schief, ist die Anwesenheit der Rescue-Tools »testdisk« , »photorec« und »dd-rescue« sicher hochwillkommen.

Das wirklich kleine Skript »knoppix-firewall« blockiert Zugriffe von außen, falls jemand Netzdienste lokal starten will. Ohne manuell hochgefahrene Daemons benötigt Knoppix keine Firewall, da überhaupt keine von außen erreichbaren Dienste laufen. Apropos Zugriff von außen: Knoppix kann sich als Terminalserver verdingen. Dazu startet man nur das Skript »knoppix-terminalserver« und konfiguriert die Dienste DHCP, TFTP, NFS. Anschließend kann sogar ein ganzes Klassenzimmer diskless per PXE von diesem Rechner starten.

Knoppix-Support

Linux-Magazin-Käufer, die Probleme mit der DELUG-Knoppix-DVD haben, sind nicht auf sich allein gestellt: Hat der Datenträger offensichtlich einen Transport- oder Verpackungsschaden, was ab und an leider vorkommt, genügt eine Mail an mailto:info@linux-magazin.de mit einer kurzen Schilderung des Problems und Nennung der Postanschrift. Wenige Tage später leistet der Verlag kostenlosen Ersatz.

Bei anderen technischen Problemen hat sich Klaus Knopper dazu bereit erklärt, Fragen zu Knoppix 7.0 zu beantworten, entweder über das Kontaktformular http://knopper.net/kontakt/?kontakt=knoppix oder per E-Mail an mailto:knoppix@linux-magazin.de.

Images für Hochstapler

Knoppix baut schon seit einigen Versionen sein Dateisystem in einer Art Stapel auf. Die unterste Ebene bildet die Datei »KNOPPIX/KNOPPIX« mit einem komprimierten ISO-9660-Dateisystem, das den Hauptteil der für Knoppix verwendeten Debian-Installation enthält. Als zweite Ebene legt sich üblicherweise eine RAM-Disk über die Read-only-Basis, in welche die laufende Session ihre Änderungen speichert. Läuft Knoppix von einer Flashdisk, dann speichert statt der RAM-Disk ein Ext2-Image Dateien und Einstellungen persistent.

Um zusätzliche Software und andere Unterschiede (auch formal gelöschte Dateien) im Dateisystem einzublenden, lassen sich zwischen der Basis und der schreibbaren Ebene weitere Zwischenschichten einfügen. Dies löst einige Probleme, die andere Distributionen mit "Zusatz-CDs" umgehen müssen. Die auf Wunsch des Linux-Magazins in die Knoppix 7.0 gekommenen proprietären Addons habe ich in ein separates Image gelegt. Wer will, kann auf diese Weise GPL-konform den freien Teil (»KNOPPIX/KNOPPIX« ) separat vom nicht-freien Teil (»KNOPPIX/KNOPPIX1« ) wiedergeben. Letzter umfasst:

  • Nxclient, Nxnode, Nxserver 3.5.0
  • Adobe Reader 9.4.2
  • Flash Plugin 11.1 r102.

Da der früher in der Cebit-Ausgabe integrierte proprietäre Nvidia-Grafiktreiber in Tests auf einigen Grafikkarten erhebliche Stabilitätsprobleme bis hin zu Reset-residenten Streifenmustern produzierte, haben meine Mitstreiter und ich in dieser Version darauf verzichtet. Die stattdessen eingesetzten freien Nouveau-Treiber unterstützen die meisten aktuellen Nvidia-Chipsätze inklusive Hardwarebeschleunigung und 3D-Support.

Bei einigen wenigen Chipsätzen hakt es leider im 3D-Modus. Betroffene User müssen entweder im Vesa-Modus und ohne Beschleunigung oder mit abgeschalteten Features wie Composite arbeiten. Knoppix erkennt problematische Karten normalerweise; jedoch kann es im Einzelfall notwendig werden, vor dem Booten bestimmte Cheatcodes zu probieren.

Wer von Knoppix 7.0 dagegen nichts runterwerfen will, sondern sich im Gegenteil eine neue bootfähige DVD bauen mag, auf die er weitere Daten wie Präsentationen, Videos oder Musik unterbringt, geht wie in Listing 1 vor. Die Schritte eignen sich genauso, um Knoppix mit einer anderen Default-Sprache zu remastern. In beiden Fällen muss ausreichend Platz die für Daten und eine ISO-Datei im aktuellen Verzeichnis vorhanden sein. Gegebenenfalls bindet der Remaster-Willige eine extra Festplattenpartition bei »dvd« ein.

Listing 1

Mini-Remastering

01 # Kopieren der DVD-Daten in einen Ordner
02 mkdir -p master/dvd
03 cp -av /media/sr0/* master/dvd/
04
05 # Kopie schreibbar machen
06 chmod -R u+w master/dvd
07
08 # Proprietäre Komponenten im 2. Image entfernen
09 rm -fv master/dvd/KNOPPIX/KNOPPIX1
10
11 # Eigene Daten hinzufügen
12 cp -rv Meine-Daten master/dvd
13
14 # Sprache und/oder Bootoptionen ändern (editieren)
15 leafpad master/dvd/boot/isolinux/isolinux.cfg
16
17 # Und neues iso-Image dvd.iso erzeugen
18 mkisofs -r -J -no-emul-boot -boot-load-size 4 \
19    -boot-info-table -b boot/isolinux/isolinux.bin \
20    -c boot/isolinux/boot.cat -hide-rr-moved \
21    -o master/dvd.iso master/dvd

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