Sie sind der Showstopper für Linux-Migrationen und der Alptraum vieler Admins: Fachanwendungen, die nur auf Windows laufen und sich nicht nach Linux portieren lassen.
Showstopper Windows
Abseits der leicht ersetzbaren großen Office- und Grafik-Pakete tummeln sich auf dem Markt unzählige, meist kleinere Programme, die als ganz spezielle Fachanwendungen die Bedürfnisse kleiner bis mittelgroßer Nischen bedienen. Nicht selten wurden sie von Ingenieurbüros für Kunden maßgeschneidert entwickelt und haben sich fürs Unternehmen oder die Behörde als die zentrale Anwendung erwiesen. Ist der Hersteller nicht in der Lage, eine Linux-Version zu erstellen, verhindert dies eine vollständige Migration zu freien Desktops.
Solche Anwendungen schrittweise in einem typischen Linux-Umfeld abzubilden, stellt sich daher immer wieder als zentraler Dreh- und Angelpunkt in Migrationsszenarien heraus. Verstärkt vom Trend zum Cloud Computing setzen Admins immer mehr auf Linux und eben auch auf die Systembibliotheken von Wine [1]. Die gibt es mittlerweile in Version 1.2, kurz nach Weihnachten 2011 erschien die Entwicklerversion 1.3.36, für Version 1.4 steht der Code Freeze vor der Tür.
Eben kein Emulator!
Die Software, deren Entwickler nicht müde werden zu betonen, man baue keinen Emulator (Wine steht für "Wine Is Not an Emulator") kann auf zahlreiche Referenzen verweisen, aus deren Migrationserfahrungen eine nicht zu unterschätzende Hilfestellung entsteht.
Erst kürzlich kam am Robert-Musil-Institut der Universität Klagenfurt noch eine hinzu: Es nutzt eine Kombination aus einem virtuellen Linux-System und der Flexibilität der Wine-Konfiguration für die Klagenfurter Ausgabe von Robert Musils Gesamtwerk. Die elektronische Edition basiert auf der Windows-Anwendung Folioviews, die sich problemlos unter Linux starten lässt (siehe Kasten "Virtuell: Robert Musil in Klagenfurt").
Virtuell: Robert Musil in Klagenfurt
Die Klagenfurter Ausgabe von Robert Musils (Abbildung 1) Werk ist 2009 als elektronische Edition auf DVD erschienen – realisiert mit der Windows-Anwendung Folioviews (Abbildung 2). Um den Kreis der potenziellen Benutzer zu erweitern, entschied sich das Institut die 2012 mit umfangreichen inhaltlichen Ergänzungen und Berichtigungen erscheinende zweite Ausgabe mittels Linux und Wine auch als fertige Installation innerhalb einer Virtualbox anzubieten.
Abbildung 1: Ein Graffiti-Portrait von Robert Musil am Musilhaus im österreichischen Klagenfurt.
Abbildung 2: Die digitale Ausgabe des Gesamtwerks des Klagenfurter Schriftstellers und Theaterkritikers Robert Musil bringt die Uni Klagenfurt mit Folioviews, Wine, Linux und Virtualbox dauerhaft für alle Betriebssysteme ins interne Netz der Anwender.
Damit wollen die Verantwortlichen vor allem auch die Benutzer aus dem Kreis der Linux- und Mac-OS-X-Anwender ansprechen. Zudem ist die Konfiguration so vorbereitet, dass eine möglichst einfache Integration in ein lokales Netz gelingen kann, ohne in zusätzliche Software investieren zu müssen.
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