Open Source im professionellen Einsatz

Schwieriges Zusammenspiel

Bezüglich der Basismechanismen ist das Runtime-Powermanagement von Linux durchaus überschaubar. Probleme treten erst im Zusammenspiel mehrerer Subsysteme und Hardwarekomponenten zutage, die unter Umständen benötigt werden, um einzelne Komponenten in den Low-Power-State zu überführen.

Das hat die Problematik um das Active State Power Management (ASPM) für PCI-Express-Geräte gezeigt. Die Kernelentwickler hatten ASPM in Linux 2.6.38 deaktiviert, da es Rechner mit bestimmter Hardware einfrieren ließ. Dadurch liefen die Komponenten in einem Modus, der die maximale Energie verbrauchte. Das betraf unter anderem die Anwender der Ubuntu-Release Natty Narwhal, die einen 10 bis 30 Prozent höheren Energieverbrauch verzeichneten als mit der Vorgängerversion Maverick Meerkat [3].

Nach einer Zwischenlösung mit dem Argument »pcie_aspm=force« für den Kernel hat sich die Situation bereits durch angepasste Treiber in Kernel 3.2 gebessert. Die Überarbeitung des ASPM-Codes von Red-Hat-Entwickler Matthew Garrett wird allerdings erst in Kernel 3.3 einziehen. (mhu)

Infos

  1. Rafael Wysocki, Alan Stern, "Runtime Power Management Framework für I/O Devices": https://www.kernel.org/doc/Documentation/power/runtime_pm.txt
  2. Quellcode zum Artikel: http://www.linux-magazin.de/static/listings/magazin/2012/03/powermanagement/
  3. Launchpad Bug #760131, "Power consumption raised significantly in Natty": https://bugs.launchpad.net/ubuntu/+source/linux/+bug/760131
  4. Rafael Wysocki, "Runtime Power Management Framework": Vortrag auf der Linuxcon Japan 2011, https://events.linuxfoundation.org/slides/2011/linuxcon-japan/lcj2011_wysocki2.pdf

Der Autor

Eva-Katharina Kunst, Journalistin, und Jürgen Quade, Professor an der Hochschule Niederrhein, sind seit den Anfängen von Linux Fans von Open Source. In der Zwischenzeit ist die dritte Auflage ihres Buches "Linux-Treiber entwickeln" erschienen.

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