Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 03/2012
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Gemeinsame History

Auch dieser Kandidat hatte keine Schwierigkeiten, die Lesezeichen zu synchronisieren; die Favicons blieben ebenfalls bis zum ersten Besuch der Seite grau. Praktisch ist der Abgleich der Lesezeichenleiste. Alle dort eingetragenen Links und Suchmaschinen tauchten im Test in allen Browsern auf. Am besten gefällt jedoch, dass sich der Browser einmal eingetippte Adressen über alle Grenzen hinweg merkt – sogar auf einem Android-Smartphone funktionierte die Vervollständigung.

Opera bietet als einziger Browser eine so genannte Schnellwahl (Speed Dial). Das Feature ist seit Version 9.20 dabei und erlaubt per Thumbnails einfachen Zugriff auf frei wählbare Seiten. Es handelt sich also um eine Sammlung aus Lesezeichen mit Vorschaubildern. Beim Abgleich mit mehreren Browsern synchronisierte Opera Link die selbst gesetzten Seiten der Schnellwahl, nicht aber ein dort verankertes Hintergrundbild oder Spaltenlayout. Auch die in der Schnellwahl verankerte Suchmaschine ignorierte das Tool. Keine Probleme gab es bei den Notizen und der Standardsuchmaschine, den Regeln der Inhaltsblockierung und den Passwörtern.

Beim ersten Einsatz erzeugt Opera Link einen Schlüssel, der auf Client-Seite alle Daten verschlüsselt, bevor sie zum Opera-Server wandern. Der Schlüssel selbst landet ebenfalls auf dem Server – verschlüsselt nur mit dem Kennwort des Opera-Accounts. Sobald andere Browserinstanzen synchronisieren, erhalten sie vom Server den verschlüsselten Key und die Daten des Passwortmanagers.

Gut gefällt, dass es über die My-Opera-Seite möglich ist, Duplikate aufzulisten und zu löschen (Abbildung 6); das bietet keiner der anderen Kandidaten – dort ist notfalls Handarbeit angesagt. Dafür synchronisiert Opera Link als einziges Tool im Test die Chronik nicht, was im Zweifelsfall zu verschmerzen ist.

Abbildung 6: Als einziger Anbieter hat Opera Link eine Funktion im Gepäck, die Duplikate entfernt. Das Feature ist über die My-Opera-Webseite erreichbar.

Womit der Anbieter jedoch wirklich negativ auffällt, ist die fehlende Funktion, den Account und die eigenen Daten zu löschen. Das Abschalten der Synchronisierung geschieht über das Opera-Menü, das Konto auf My Opera wird man allerdings auch über das Webinterface nicht los. Dafür ist der Umweg über das Kontaktformular einzuschlagen, in das der Nutzer dann (auf Englisch) explizit einträgt, dass der Account nicht länger gewünscht ist – das ist nicht besonders kundenfreundlich.

Synchrones Surfvergnügen

Googles Browser Chrome synchronisiert zwar außer den Lesezeichen auch die Autofill-Einstellungen, installierte Erweiterungen und sogar Designs, dafür klappen die Übertragung der Chronik und der Kennwortabgleich nicht oder nur eingeschränkt. Letzteres ist jedoch kein K.o.-Kriterium, denn sicherheitsbewusste Anwender speichern ihre Passwörter normalerweise nicht im Browser.

Enttäuschend ist in jedem Fall die fehlende Möglichkeit, mit Smartphones oder Tablets zusammenzuarbeiten. Gerade Besitzer von Android-Handys dürfte dies ärgern, verwenden sie in der Regel doch sowieso das Google-Konto für den Android Market. Die erwähnten Erweiterungen »Chrome to Phone« und »Site to Phone« sind nur ein schwacher Trost, da sie nur auf Knopfdruck Links senden.

An Opera Link gefällt, dass der Mechanismus sogar eingetippte Adressen beim Abgleich berücksichtigt. Schön ist auch die gute Zusammenarbeit mit Opera Mini und Opera Mobile für Smartphones und Tablets. Wer in seinem Browser gezielt Webseiten blockieren möchte, der dürfte sich freuen, dass Opera Link diese Informationen ebenfalls an alle angeschlossenen Geräte weiterleitet. Unschön ist hingegen, dass Anwender ihren Account nicht selbst löschen können.

Sieger im Test ist der Mozilla-Browser mit der Funktion Firefox-Sync. Er ist flexibel und vielfältig, überträgt sogar Auskünfte zu geöffneten Tabs und erlaubt als einziger Kandidat, die Daten auf einem eigenen Server zu verwalten. Damit zwingt er den Nutzer nicht, sich in die Hände des Anbieters zu begeben.

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