Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 03/2012
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Gut aufgehoben

Chrome verschlüsselt die synchronisierten Daten bei der Übertragung zwischen Computer und Google-Servern. Eine zusätzliche Schutzmaßnahme haben die Entwickler implementiert: Sie verschlüsseln nach eigenen Aussagen die Kennwörter auf dem Client und auf dem Server mit einem kryptographischen Schlüssel, der aus dem Passwort für das Google-Konto generiert wird.

Außerdem können Anwender festlegen, dass der Browser nicht nur die Passwörter verschlüsselt (Standard), sondern alle Daten. Direkt darunter eröffnet derselbe Dialog die Möglichkeit, die automatisch generierte Verschlüsselungs-Passphrase durch eine eigene auszutauschen. Diese befindet sich dann auf dem lokalen Computer und nicht auf dem Server.

Um die synchronisierten Daten vom Google-Server zu löschen, gehen Anwender in das erwähnte Dashboard. Neben dem Chrome-Sync-Eintrag befindet sich der Link »Synchronisierung beenden und Daten aus Google löschen« , der nach einer Sicherheitsabfrage meldet, dass die Anfrage zum Beenden der Synchronisierung und zum Löschen der Daten läuft. Der Anwender wird gebeten, nach einigen Minuten eine Aktualisierung vorzunehmen. Entscheidet sich der Anwender dafür, das gesamte Google-Konto zu löschen, gilt es, erneut per Klick in eine Checkbox zu bestätigen, dass die Chrome-Sync-Informationen verschwinden.

Firefox-Sync

Mussten Nutzer früherer Versionen die Synchronisierung per Addon nachrüsten, ist sie seit einiger Zeit fester Bestandteil des Browsers. Firefox-Sync [8] verrichtet nicht nur unter Linux, Windows und Mac OS X gute Dienste, sondern arbeitet auch mit Firefox Home ([9], I-Phones, I-Pads) und Firefox Mobile ([10], Android) zusammen. Laut Hersteller gleicht der Browser die Lesezeichen, Passwörter und die Chronik von Webseiten der letzten 60 Tage ab, wobei auf dem Mozilla-Server der Platz auf 25 MByte beschränkt ist. Im Test stellte Firefox in Version 9.0.1 auf allen drei Plattformen seine Fähigkeiten unter Beweis.

Über »Extras | Sync einrichten« starten Anwender die Einrichtung eines neuen Kontos oder verbinden zu einem bestehenden. Gut gefällt, dass neben dem Firefox-Sync-Server als Alternative ein eigener Server zum Abgleich möglich ist. Das in Python implementierte Mozilla Weave [11] benötigt den Apache-Webserver, Python, PHP, MySQL sowie den Shellzugriff auf einen Rootserver.

Im folgenden Dialog erhalten Nutzer Gelegenheit, ihren so genannten Wiederherstellungsschlüssel (den privaten Schlüssel) zu speichern und/oder auszudrucken (Abbildung 3). Firefox verschlüsselt die Daten schon auf Client-Seite vor dem Hochladen und nutzt dazu ein asymmetrisches Verfahren. Der Wiederherstellungsschlüssel bleibt auf dem Client und wandert nicht zum Server. Ein Klick auf »Sync-Einstellungen« im selben Dialog erlaubt es, den Computernamen zu vergeben und festzulegen, was das Tool abgleichen soll. Per Checkbox wählt der Anwender Lesezeichen, Passwörter, Einstellungen, Chronik und Tabs zum Synchronisieren aus. Zum Abschluss ist ein Captcha abzutippen – fertig.

Abbildung 3: Firefox-Sync setzt auf asymmetrische Verschlüsselung. Der Wiederherstellungsschlüssel verbleibt auf dem eigenen Rechner.

Alle Einstellungen verändern Benutzer nachträglich über die Browserkonfiguration in der Abteilung »Sync« . Hier ist auch der richtige Ort, um die Quota anzuzeigen, das Kennwort zu ändern, den Wiederherstellungsschlüssel noch mal einzublenden, den Computernamen zu verändern, das Gerät zu trennen oder ein neues Gerät hinzuzufügen. Letzteres verlangt die Eingabe eines Codes, den Firefox für alle weiteren Geräte erstellt. Alternativ geschieht die Anmeldung per Klick auf »Ich habe das Gerät nicht bei mir« und Eingabe von Benutzername, Passwort und Wiederherstellungsschlüssel. Auf dem neuen Rechner erscheint danach der Hinweis, dass das Setup abgeschlossen ist und der Browser nun die Daten zusammenführen wird.

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