Systembedingte Pausen
Android 4 alias Ice Cream Sandwich erlebte in den ersten 24 Stunden nach der offiziellen Release einen Ansturm auf die Download-Server. Das Sandwich sorgte für Traffic-Aufkommen von 36 TByte am ersten Tag. Auch der Sourcecode erfuhr in dieser Frist extreme Aufmerksamkeit, 61 000 Zugriffe verzeichneten die Logs. Den erstaunlichen Zahlen steht aber ein Manko von Android entgegen: Die Umstellung auf ein aktuelles Betriebssystem dauert (Abbildung 4). Hardwarehersteller, die bei Android zahlreich sind, lassen sich Zeit, auch wenn die Hardware selbst ein Upgrade noch zuließe.
Die Mobilfunkprovider, die meist als Verteiler noch zwischen Gerätehersteller und Endanwender stehen, sorgen für weitere Verzögerungen. Bei beiden dürfte die Option auf den Verkauf eines neuen Gerätes mit aktueller Firmware plus Laufzeitvertrag eine Rolle spielen. Google sorgt damit nicht nur bei technikbegeisterten Anwendern für Verstimmung, der Wust an Updates für Android erzeugt auch bei App-Entwicklern Frust.
Der Apple-Monolith ist in dieser Hinsicht mit Sicherheit überlegen, da er nur eine Gerätefamilie zu pflegen braucht. Android dagegen gibt zwar Kompatibilitätsrichtlinien [6] vor, landet aber in einer Flut unterschiedlicher Hardware, und Hersteller wie HTC installieren eigene Entwicklungen wie die Sense-Oberfläche noch zusätzlich.
Allerdings ist das iPhone auch ein einzelnes Standbein, das nach Innovationen verlangt, um tragfähig zu bleiben. Ausgerechnet Google dokumentiert aber das Interesse an Apple-Smartphones. Im vom Suchmaschinenspezialisten jährlich herausgegebenen Suchbegriffranking "Zeitgeist" liegt in 2011 [7] das iPhone 5 als Suchbegriff auf Platz 6.
Apps im Überfluss
Beim vielleicht wichtigsten Aspekt für ein Smartphone nach dem Design und der Hardware-Ausstattung, den Apps, kann der Android Market auf beachtliche Erfolge verweisen: 10 Milliarden Downloads insgesamt verzeichnete Google im Dezember (Abbildung 5). Dennoch ist nicht alles Gold, was glänzt. Wie Apple für seine Handhabung des I-Store muss sich auch Google Kritik gefallen lassen.
So meldet sich etwa eine Vereinigung von App-Entwicklern zu Wort, die Android Developers Union. Sie fordert sowohl die Neuverhandlung des 32 Prozent-Anteils von Google an den Erträgen des Market als auch mehr Transparenz beim Zugang. Nicht zuletzt ist der Union die geschlossene Market-Software ein Dorn im Auge. Google solle die Algorithmen dahinter erläutern, damit Entwickler ihre eigene Arbeitsumgebung verstehen können, so die Android Developers Union [8].
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