Ubuntu Android EE
Vor fast drei Jahren kündigte Canonical an, die Anwender würden künftig auch Android-Apps unter Ubuntu wie normale Programme starten können. Möglich machen solle dies das Ubuntu Android Execution Environment, eine Laufzeitumgebung, die API-Aufrufe der Apps in native Linux-Aufrufe übersetzt. Im Mai 2009 stellt Canonical auf dem Ubuntu Developer Summit in Barcelona seiner Entwicklergemeinde sogar schon einen Prototyp vor [6].
Doch seitdem ist es um das Projekt still geworden. Weder weitere Informationen noch der in Aussicht gestellte Quellcode gelangten an die Öffentlichkeit. Bekannt ist lediglich, dass spezielle Android-Funktionen in der Laufzeitumgebung fehlten und der Nachbau des Interprozess-Kommunikationssystems die Installation eines speziell angepassten Linux-Kernel-Treibers voraussetzen würde.
Im Gegenzug sollten Android-Apps dann auf zusätzliche Fähigkeiten des Ubuntu-PC zugreifen können – allerdings wären sie natürlich nicht mehr portabel gewesen. Reste der Spezifikation sind noch im Ubuntu-Wiki [7] zu finden.
Blue Stacks
Dass es auch anders geht, will die kleine Firma Blue Stacks ([8], [9]) beweisen. Ihr App-Player (Abbildung 5) führt Android-Apps wie normale Anwendungen aus – allerdings nur unter Windows 7. Über den eigens eingerichteten Dienst Blue Stacks Cloud Connect schieben Anwender schnell mal Apps zwischen Smartphone und Windows-Desktop hin und her. Auf Letzterem läuft die Anwendung grundsätzlich im Vollbildmodus. Dabei hat der Anwender die Wahl, ob die App in ihrer nativen Auflösung mit Trauerrand oder auf den kompletten Bildschirm aufgeblasen erscheinen soll (Abbildung 6). Entweder wirkt sie dann aber ziemlich klein oder wegen der Blockgrafik altmodisch-hässlich.
Bei Redaktionsschluss gab es von dem App-Player nur eine erste Alphaversion. Die funktionierte aber schon äußerst gut und führte beispielsweise klaglos das Spiel Drag Racing (Abbildung 7) aus. Mit der kostenlosen Variante namens Blue Stacks App Player Free kann der Anwender maximal 26 Apps über Cloud Connect herunterladen. Eine unlimitierte kommerzielle Pro-Version ist geplant, ihr Veröffentlichungstermin aber noch unbekannt.
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