Open Source im professionellen Einsatz

Mit Mercurial und Maven

Wer den aktuellen Stand ausprobieren möchte, installiert als Erstes über seinen Paketmanager ein JDK, die Versionsverwaltung Mercurial (alias »hg« ) und den Projektmanager Apache Maven. Der ist unter Ubuntu im Paket »maven2« zu finden. Anschließend holt er sich den aktuellen Quellcode:

hg clone http://icedtea.classpath.org/icedrobot/hg/daneel/

Das Verzeichnis »daneel« ist übrigens nicht nach einem Entwickler benannt, sondern der Codename der reimplementierten Dalvik VM. Weiter geht's mit

cd daneel
mvn clean installassembly:assembly

was weitere Dateien aus dem Internet saugt. Bei Redaktionsschluss war der dabei angezapfte Server jedoch nicht erreichbar. Sollte er wieder antworten, setzt der Anwender nach dem Download noch die Umgebungsvariable »IKA_HOME« auf das Verzeichnis, in dem die ».jar« -Datei schlummert, und startet mit dem Kommando

java -jar target/daneel-0.0.1-SNAPSHOT-jar-with-dependencies.jar src/test/java/resources/HelloDroid.dex org.icedrobot.test.HelloDroid

die beigelegte Hello-World-App. Iced Robot ist jedoch mit Vorsicht zu genießen. Aufgrund des frühen Status besteht immer die Möglichkeit, dass die Entwickler an dem beschriebenen Verfahren zwischenzeitlich Änderungen vornehmen.

Android x86

Einen gänzlich anderen Ansatz wählte das Android-x86-Projekt [3]. Es portiert das komplette Android-Betriebssystem auf x86-Systeme, wobei sein Fokus eindeutig auf Netbooks liegt. Daher gibt es im Download-Bereich fertige ISO-Images nur für ausgewählte Net- beziehungsweise Notebooks. Die Eee-PC-Fassung funktioniert allerdings auch in einer virtuellen Maschine unter Virtualbox ([4], Abbildung 4).

Abbildung 4: Die Macher von Android x86 portieren das komplette Betriebssystem auf x86-Prozessoren, wodurch Android nicht nur nativ, zum Beispiel auf Netbooks, sondern wie hier auch in virtuellen Maschinen läuft.

Apps laufen in Android x86 genauso flott wie auf einem Smartphone. Allerdings muss der User das System entweder fest auf einem Rechner installieren oder unter Linux in einer Virtualisierung betreiben. Das ermöglicht aber auch die Integration in virtuelle Desktop-Infrastrukturen (VDIs, [5]).

Ein eleganter Parallelbetrieb mit Seamless Apps, so wie ihn das Iced-Robot-Projekt anstrebt, ist aber nicht möglich. Darüber hinaus ersetzen Tastenkombinationen die Wisch-Gesten und Fingertipps, was jedoch die Bedienung umständlich bis umöglich macht.

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