Reine Emulation
Per »Create AVD«
landet der Anwender wieder in der Verwaltungszentrale, wo er das gerade erstellte Gerät markiert und über die entsprechende Schaltfläche startet. Den folgenden Dialog nickt er mit »Launch«
ab. Das Android-SDK startet jetzt die Emulation, was ein paar Minuten dauern kann. Das Ergebnis aus Abbildung 3 funktioniert wie ein handelsübliches Android-Smartphone – nur dass die Bedienung über die Maus statt über Gesten erfolgt.
Wer die gewünschte App als ».apk«
-Datei auf die lokale Festplatte heruntergeladen hat, muss sie nun umständlich im Terminal in die Emulation schieben. Dabei hilft die Android Debug Bridge, kurz »adb«
, im Unterverzeichnis »platform-tools«
des SDK. Ganz analog wie bei einem über USB angeschlossenen Android-Smartphone findet Adb im ersten Schritt angeschlossene oder emulierte Geräte. Der Anwender sucht mit
./adb devices
alle laufenden Emulationen und merkt sich die in der Ausgabe ausgespuckte Seriennummer. Das Kommando
adb -s emulator-Android-Seriennummer install test.apk
installiert die App »test.apk«
auf dem Gerät. Der String »emulator-«
enthält die vorher erhaltene Nummer.
Iced Robot
Einen anderen Weg geht das Iced-Robot-Projekt [2]. Anders als die umständliche Emulation versucht es, gleich das komplette Android-API auf den Linux-Desktop zu portieren, und wirbt dafür mit der "GNUlization of Android". Apps sollen sich dann wie jedes Java-Programm starten und ausführen lassen.
Derzeit reimplementieren die Entwickler die Dalvik Virtual Machine als Java-Programm. Damit müssten Apps auf jedem Rechner laufen, für den es ein JRE gibt. In einem zweiten Schritt wollen die Entwickler die Android-Umgebung auf die Java-Klassenbibliothek aufsetzen und sich so von den Android-Bibliotheken unabhängig machen – vereinfacht ausgedrückt erhielten die Apps dann automatisch das Aussehen einer normalen Java-Anwendung.
Doch steht das ganze Projekt, das auch am Summer of Code der FSFE 2011 teilnahm, noch am Anfang. Auf der reimplementierten Dalvik-VM laufen gerade mal ein paar einfache Testprogramme. Die Dokumentation besteht aus einer Handvoll Links und der Mailingliste. Die scheint zudem in den letzten Monaten etwas eingeschlafen zu sein.
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