Viele neue Techniken
Mit Android 4.0 führt Google eine neue Technik namens Android Beam ein. Damit lassen sich via NFC-Chip Daten von einem ICS-Smartphone auf ein zweites Gerät übertragen. Google zeigte das Feature bei der Präsentation des Galaxy Nexus mit Webseiten, Google-Maps-Karten und Kontakten aus der People App. Theoretisch lässt sich jedoch jedes Objekt übertragen, wenn der Entwickler die Beam-Funktion in seiner App nutzt. Ganz ohne Interaktion beziehungsweise ohne Kontrolle des Nutzers läuft der Vorgang nicht ab, der Sender muss ihn per Fingertipp bestätigen.
Mehr Kontrolle bekommen Android-Nutzer bei der mobilen Datennutzung. Über die Einstellungen verfolgt Android 4.0 mit, wie viele MByte der eigenen Datenrate bereits belegt sind, und prognostiziert den Bedarf der nächsten Zeit. Auch die Analyse der Datennutzung auf App-Ebene ist neu in Ice Cream Sandwich. So ist erkennbar, welche App wie viele Daten über das mobile Funknetz geschaufelt hat (Abbildung 7).
Neben Android-Beam gibt es noch ein weiteres Feature, das zwei ICS-Geräte benötigt: Wi-Fi Direct. Damit baut Android zwischen zwei Smartphones oder anderen Geräten eine direkte Wifi-Verbindung auf, sodass eine Kommunikation über das schnelle 802.11n-WLAN auch dann möglich bleibt, wenn für die Verbindung zum Internet nur ein älterer 802.11g-Router zum Einsatz kommt. Diese Funktion ist in erster Linie für Spiele und Videostreaming wichtig. Google rechnet auch damit, dass TV- und Drucker-Hersteller die Technik implementieren.
Eine weitere wichtige Neuerung ist das Bluetooth Health Device Profile (HDP). Darüber spricht Android 4.0 Hardware wie Blutdruckmesser oder Fitnessgeräte drahtlos an. Auch das HFP-Profil für bessere Soundqualität über Bluetooth unterstützt Android 4.0 von Haus aus.
Bei den Tests zu diesem Artikel fiel ein Mangel auf, unter dem alle nicht-partitionierten Android-Geräte leiden: Wer sie per USB an einen PC anstöpselt, erlangt keinen Zugriff auf das Smartphone-Dateisystem, da die USB-Verbindung weder im MTP- noch im PTP-Modus initiiert, mit denen normale Linux-Kernel klarkommen. Im Syslog des konnektierten PC taucht nur eine Meldung auf wie »hrun kernel: [609537.576034] usb 1-7: new high speed USB | device number 33 using ehci_hcd«
[2].
Woher? Wohin?
Android 4.0 sieht nicht nur anders aus als Version 2.3, Google hat das System von Grund auf neu gestaltet und funktionell durchgestylt. Dabei bedient sich der Suchmaschinen-Spezialist nicht nur bei den verbündeten Android-Herstellern (Panorama-Funktion von Sony Ericsson, App-Start aus dem Lockscreen heraus von HTC, Favoriten-Ordner in den Apps via LG), sondern Basar-artig überall: Der Appstack stammt aus I-OS, die Wisch-Geste zum Beenden von aktiven Anwendungen von Web OS, das Design der People App erinnert sehr an die Metro-Oberfläche von Windows Phone und das Resizing der Widgets an Cyanogen Mod. Die Implementierung der Features ist aber durchgängig gelungen, sodass man keine Kristallkugel benötigt, um Ice Cream Sandwich eine erfolgreiche Zukunft auf vielen Smartphones und Tablets vorauszusagen. Natürlich sind die aktuellen Versionen nicht fehlerfrei. Im Internet diskutieren Benutzer Bugs [3] und suchen nach Lösungen.
Infos
- Übersicht über die neuen Features: http://developer.android.com/sdk/android4.0highlights.html
- Geräte mit Android 3.0 oder 4.0 via MTP in Ubuntu einbinden: http://linuxundich.de/de/software/gerate-mit-android-3-0-oder-4-0-via-mtp-in-ubuntu-linux-einbinden/
- Diskussionsforum über Android-4-Firmewares: http://www.androidpit.com/en/android/forum/category/2001503/Samsung-Galaxy-Nexus
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