Open Source im professionellen Einsatz

Harte Arbeit: Jailbreak

Doch vor die Freiheit habe die Götter den Schweiß gesetzt: den Jailbreak (also das Rooten) und das Flashen mit dem richtigen Image. Eine Übersicht der besten Rooting-Apps bietet die Tabelle 2, die Links zu den geeigneten Images der verschiedenen freien ROMs muss der Anwender leider auf Foren und Webseiten suchen, weil die verbaute Hardware ein einheitliches Image verhindert.

Tabelle 2: Links fürs Rooten von Android-Telefonen

Dabei gibt es viele Wege, sein Device von den vom Hersteller erzwungenen Restriktionen zu befreien. Dies kann vom einfachen Rooten über die Installation einer Custom-Recovery, eines älteren Firmware-Image vom Provider oder Hersteller oder dem Aufspielen eines Custom-ROM bis zur kompletten Freischaltung des NAND-Flashspeichers durch das berüchtigte Security-Off (S-Off) gehen.

Welche Möglichkeiten der Modifikation ein Mobiltelefon bietet, ist neben den Ansprüchen, der Risiko- und Informationsbereitschaft des Anwenders letzten Endes auch der Verfügbarkeit der richtigen technischen Mittel geschuldet. Tabelle 2 stellt einige einfache und wirkungsvolle Tools zusammen, die helfen, Herr des eigenen Telefons zu werden. Trotz der Benutzerfreundlichkeit dieser Anwendungen, muss sich der User im Klaren sein, dass er vollständig auf eigenes Risiko handelt. Vorsicht ist oberste Devise, lieber einmal zu viel vergewissert, ob die gewählte Methode auch wirklich für das vorliegende Telefon geeignet und durchführbar ist. Ein falsches Firmware-Upgrade verwandelt sonst das teure Smartphone in einen Backstein.

Root und Flash

Wer mit Bedienung, Optik und Funktionsumfang seines Original-ROM prinzipiell zufrieden ist und nur Superuser-Rechte erlangen möchte, fährt mit Anwendungen am besten, die nur die dafür nötigen Tools Busybox, Sqlite, Su und die Superuser-App im System installieren. Passende Apps samt ausführlicher Anleitungen hierfür finden sich zuhauf im Android Market und auf diversen Internetportalen wie Modaco, Theunlockr oder bei den XDA-Developers (Tabelle 2).

Meist lassen sie sich auf dem Handy oder vom PC aus ausführen. Beispiele sind Apps wie Z4root und Universal Androot (Abbildung 4), deren Exploit aber nur bei älteren Android-Versionen greift, Computeranwendungen wie Superoneclick (nur für Windows, Abbildung  5) oder modifizierte Bootimages von Paul'O'Brian von Modaco, die Geräte über Fastboot aus dem Android-SDK flashen.

Abbildung 4: Z4root und Universal Androot verschaffen Rootrechte.

Abbildung 4: Z4root und Universal Androot verschaffen Rootrechte.

Abbildung 5: Super One Click ist für zahlreiche Anroiden das Windows-Tool der Wahl zum Rooting.

Wer den Rootzugang braucht und zusätzlich Custom-ROMs flashen möchte, dem bieten sich mehrere Möglichkeiten. Das wohl hilfreichste Tool hierfür ist der (in Cyanogenmod übrigens standardmäßig enthaltene) ROM Manager aus Abbildung 6. Der kann neben dem weniger wirkungsvollen Fakeflash auch noch die permanent installierten Recovery-(Rettungs-)Images verwalten und so direkt von per Touch auswählbaren Images auf der Speicherkarte booten.

Abbildung 6: Rooting mit erweitertem Funktionsumfang. Von oben nach unten: ROM Manager, RMD Recovery, Amonra Recovery und der 4Ext Recovery Updater.

Abbildung 6: Rooting mit erweitertem Funktionsumfang. Von oben nach unten: ROM Manager, RMD Recovery, Amonra Recovery und der 4Ext Recovery Updater.

Diese permanenten Recoveries gelangen durch verschiedene Flashmethoden aufs Gerät. So sind zum Beispiel die Recoveries bei Samsung im Kernel integriert. Der lässt sich auf Linux mit Heimdall flashen, während sich bei HTC-Devices Tools wie Unrevoked oder Revolutionary (Tabelle  2) anbieten.

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