Open Source im professionellen Einsatz

Das bringt die Freiheit: Mehr Speed, mehr Akku

Der Android-Benutzer muss aber kein ideologischer Freiheitsfanatiker sein, um die Open-Source-Varianten der Firmware-Images den gebrandeten ROMs vorzuziehen. Wer zum Beispiel CM7 ausprobiert, erlebt fast immer einen deutlichen Performanceschub, der auch ältere Smartphones plötzlich wieder zu attraktiven Geräten macht.

Im Benchmark auf einem Motorola Defy mit Antutu [4], das sowohl CPU-, Memory-, Floating-Point- als auch SD-Card-Read-Write-Geschwindigkeiten misst, fällt das aber erst durch die im freien ROM möglichen höheren Taktfrequenzen richtig ins Gewicht (Abbildung 1). Viel näher an dem Eindruck, den der Benutzer hat, ist der Benchmark mit Vellamo [5], der eher aufs Rendering, die Geschwindigkeit des Webbrowsers oder die Netzwerkperformance abzielt. Schon bei gleicher Taktfrequenz ist da Cyanogen um fast die Hälfte schneller als das Original-ROM von Motorola. Mit höherer Taktung der CPU steigt dieser Wert bis auf das 1,4- (Antutu, Abbildung 2) oder 1,8-Fache (Vellamo).

Abbildung 1: Im Benchmark mit Antutu und Vellamo zeigt sich auf dem Motorola Defy der Performance-Vorteil des freien Cyanogen-Mod. Vellamo spiegelt dabei eher den Eindruck des Anwenders wieder.

Abbildung 1: Im Benchmark mit Antutu und Vellamo zeigt sich auf dem Motorola Defy der Performance-Vorteil des freien Cyanogen-Mod. Vellamo spiegelt dabei eher den Eindruck des Anwenders wieder.

Abbildung 2: Mit 2800 anstatt 2000 Punkten ist das geflashte Motorola Defy mit Cyanogenmod um fast die Hälfte schneller als zuvor.

Wenige Monate nach dem Motorola Defy brachte der Hersteller das Defy Plus auf den Markt. Die Hardware blieb weitgehend identisch, nur die höhere Taktfrequenz und die neuere Android-Version 2.3 brachten das Plus. Mit Cyanogenmod erreichen die Defys die Leistungsklasse des Defy-Plus, fühlen sich sogar deutlich flotter an.

Das schlankere System macht sich auch bei der Akkulaufzeit bemerkbar, vor allem im Standby. Wer sein Smartphone dagegen ständig mit eingeschaltetem Display oder auf höherer Taktrate betreibt, wird davon wenig merken.

Eine Woche Akkulaufzeit

Im von den Autoren simulierten Urlaubsmodus mit einem HTC Desire Z und CM7 hielt der Akku schier unglaubliche sieben Tage und zeigte dann immer noch 17 Prozent verbleibende Akkuladung an (Abbildung 3). Das Smartphone befand sich dazu die meiste Zeit im Flugzeugmodus, nur morgens von 8 bis 11 Uhr gab es ein Zeitfenster, in dem der – urlaubende – Admin erreichbar zu sein versprochen hatte und auch E-Mails via UMTS abfragte. Mit der Originalfirmware schaltete das Desire bei diesen Bedingungen bereits nach drei bis vier Tagen ab.

Abbildung 3: Im simulierten Urlaubsmodus hält der Akku des HTC Desire Z erstaunlich lange – weil sich die schlankere Firmware gerade im Standby bemerkbar macht.

Der Grund dafür ist zum einen sicher in der geringeren Anzahl an permanent laufenden Prozessen zu suchen, aber auch in den Optimierungen, die Kernel- und Cyanogenmod-Entwickler in das freie System integriert haben – und generell in den meist deutlich neueren Kerneln.

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