Open Source im professionellen Einsatz

Ohne lästiges Branding

Im Gegensatz zu den von beispielsweise HTC, Samsung und Motorola mit Sense, Touchwiz und Motoblur versehenen Android-Telefonen ist das Nexus ein reines Android, das der Vorstellung Googles sehr nahe kommt und keine vom Marketing inspirierten Anpassungen (Branding, Werbezwänge und Sniffer) beinhaltet. Solche Änderungen beeinträchtigen nicht nur das Erscheinungsbild der ansonsten vertriebenen Androiden, sondern erweisen sich meist auch als Ressourcenfresser. Auch datenschutzrechtlich bedenkliche Sniffer-Anwendungen, die "der Optimierung des Angebotes dienen" – wie im jüngst bekannt gewordenen Fall von Carrier IQ [2] –, landen bisweilen auf den Smartphones.

Die freien ROMs bringen darüber hinaus an vielen Stellen Verbesserungen, so lassen sich zum Beispiel im Cyanogenmod 7.1 nachträglich die Berechtigungen einzelner Apps sehr unkompliziert ändern – beim Original-Android muss dazu die App neu installiert werden. In vielen Fällen verweigern aber auch Anwendungen die Installation, etwa wenn sie keine Werbebanner einblenden dürfen, weil ihnen der Netzwerkzugriff verwehrt bleibt.

Absichtlich verstümmelt

Neben dem Einblenden nerviger Adds deaktivieren diverse Hersteller – meist aus kommerziellen Gründen – wichtige Funktionen. Auf einem der Redaktion vorliegenden Samsung Galaxy 5 beispielsweise war es nicht mehr möglich, den GSM/UMTS-Datenverkehr abzuschalten. Dass der Provider der Besitzerin (sie hatte keine Datenflatrate) überhaupt so ein Gerät verkaufte, verwundert sehr. Wer ein solches Telefon sinnvoll verwenden will, sollte das Upgrade auf freie Firmware in Erwägung ziehen.

Der bekannteste freie Android-Klon ist Cyanogenmod, kurz CM7 [3]. Version 7.1 kommt mit einem recht aktuellen Kernel (2.6.35 auf einem HTC Desire Z, 2.6.32 auf einem Motorola Defy, ICS hat Kernel 3.0.2 an Bord), unterstützt eine lange Liste von Geräten und lässt sich meist auch auf älteren Geräten einsetzen. CM9 wird die Version sein, die auf Android 4 basiert, die Version 8 entspräche Googles Honeycomb für Tablets, hat aber mangels Sourcecode nie wirklich existiert.

Diesen Artikel als PDF kaufen

Express-Kauf als PDF

Umfang: 8 Heftseiten

Preis € 0,99
(inkl. 19% MwSt.)

Als digitales Abo

Als PDF im Abo bestellen

comments powered by Disqus

Ausgabe 07/2013

Preis € 6,40

Insecurity Bulletin

Insecurity Bulletin

Im Insecurity Bulletin widmet sich Mark Vogelsberger aktuellen Sicherheitslücken sowie Hintergründen und Security-Grundlagen. mehr...

Linux-Magazin auf Facebook