Aus China: Miui
Eine weitere herstellerunabhängige Softwarevariante ist das Miui-ROM aus China, ([8], Abbildung 8). Es basiert zwar auf dem AOSP- und Cyanogenmod-Sourcecode, jedoch ist das komplette Framework des Systems drastisch abgeändert und selbst die Standard-System-Apps wie Launcher, Musikplayer oder Kalender haben einen völlig neuen Look und größeren Funktionsumfang erhalten. Sie wirken, als wären sie dem iPhone von Apple entliehen.
Das ROM läuft schnell, stabil, ist hochgradig durch Themes individualisierbar und erhält jeden Freitag seine Updates per OTA-Update (Over the Air). Einziger Wermutstropfen ist, dass die Sources von Miui nicht öffentlich einsehbar sind, was nicht nur gegen die GPLv2-Bestimmungen verstößt, sondern bei einem ROM chinesischer Herkunft Vorbehalte aufkeimen lässt. Eine komplette Liste der unterstützten Devices ist auf der Homepage von Miui einzusehen. Besonders interessant dürfte sein, dass es sogar ein offizielles Miui-Telefon – das M1 von Xiaomi – auf dem asiatischen Markt gibt.
Oder doch mit Branding?
Wer befürchtet, mit der Miui- oder AOSP-Benutzeroberfläche nicht zurechtzukommen, greift zu gerooteten und modifizierten ROM-Varianten mit Motoblur-, Sense- oder Touchwiz-UI. Der Vorteil liegt darin, dass sich der User nicht umgewöhnen und die Bedienung seines Telefons nicht neu erlernen muss – ohne auf Root-Features oder andere nützliche Tweaks verzichten zu müssen.
Nachteile dieser ROMs sind, dass sie meist auf ältere Android-Versionen aufbauen. Ihnen fehlen sicherheitsrelevante Bugfixes, die Benutzeroberflächen der Hersteller sind nicht Open Source, was Anpassungen und Verbesserungen nur in beschränktem Rahmen möglich macht. Einzige löbliche Ausnahme ist HTCs Sense. Beispiele für Branded ROMs sind Villainrom [9] oder Leedroid [10] aus Abbildung 9.
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