Open Source im professionellen Einsatz

Clockworkmod

Recovery Tools wie Clockworkmod, Amonra, RMD oder 4Ext (ebenfalls in Abbildung 6) erfüllen diverse Aufgaben, etwa das Flashen von ROMs und Addons, Wipen (forciertes Löschen), Mounten, das Einrichten von Partitionen und das Erstellen und Wiederherstellen vollständiger Systembackups.

Der Flash eines neuen Custom-ROM läuft dann zumeist auf gleiche Art ab: Der Anwender lädt das Image auf sein Telefon, legt ein Backup aller relevanten Daten an und berücksichtigt dabei, dass manche Daten verschiedener ROMs nicht kompatibel sind, bootet in die Recovery, wipt alle Partitionen, spielt das Custom-ROM ein, rebootet sein Telefon und genießt das neue ROM ohne Werbung.

Leider gibt es auch hier wieder keine eierlegende Wollmilchsau für Root, Custom-Recovery oder S-Off. Zu sehr unterscheiden sich die Methoden von Device zu Device und von einer Android-Revision zur nächsten. An einer Recherche fürs eigene Gerät und der Suche nach Erfahrungsberichten anderer User führt auch hier kein Weg vorbei.

Cyanogen und Oxygen

Hat das Rooten geklappt und der Anwender eine passende Anleitung sowie Anwendung fürs Flashen gefunden, stellt sich die Frage nach dem richtigen Image. Welches freie ROM darf es denn sein? Grob betrachtet existieren drei unterschiedliche Arten von Custom-ROMs für die Geräte verschiedener Hersteller: Es gibt zum Beispiel AOSP-ROMs (Android Open Source Project, [6]), die von den jeweiligen Entwicklern direkt aus dem öffentlich zugänglichen Android-Sourcecode an das jeweilige Device angepasst werden.

Vorteile von AOSP-ROMs sind ihr vergleichsweise geringer Speicherbedarf. Beim HTC Desire belegt die Systempartition in der HTC-Version 280 MByte, mit AOSP nur 100 bis 145 MByte. Das gibt dem App-Junkie schlappe 135 bis 180 MByte mehr Platz.

Außerdem genießt er jetzt den stetigen Zufluss offizieller Bugfixes und die Tatsache, dass unerwünschte Zugaben nicht mit an Bord sind. Das Look&Feel der ROMs reicht von puristisch-geradlinig bis hin zu den mit allerlei Komfort- und Technik-Tweaks ausgestatten Varianten.

Gut funktionierende und regelmäßig upgedatete AOSP-ROMs sind das oben angesprochene Community-Projekt Cyanogenmod [3], das fast jedes erhältliche Android-Device unterstützt, und Oxygen [7], das für das Google Nexus One, HTC Desire, Google Nexus S und Samsung Galaxy S II verfügbar ist (Abbildung 7).

Abbildung 7: Android-Open-Source-Project-ROMs im Einsatz: Oben Cyanogenmod, unten der Launcher von Oxygen. Die beiden wohl populärsten AOSP-ROMs unterscheiden sich optisch nur wenig von Standard-Androiden.

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