Gtkdialog 0.8.0
GUIs für eigene Skripte basteln
Quelle: http://code.google.com/p/gtkdialog
Lizenz: GPLv2
Alternativen: Zenity, Xdialog
Eigene Programme mit grafischen Oberflächen auszustatten ist dank Gtkdialog äußerst komfortabel. Das Werkzeug erlaubt es, das GUI in einer einfachen XML-artigen Syntax zu beschreiben, und arbeitet mit allen Interpretern zusammen, die Dateien, Standard-I/O oder Umgebungsvariablen unterstützen.
Über zwanzig vordefinierte Fensterstrukturen stehen bereit, darunter einfache Auswahlmenüs und Fortschrittsbalken. Gtkdialog setzt auf die GTK-Bibliotheken, um die Fenster in einer X-Umgebung darzustellen. Die Archivdatei enthält eine Reihe von Anwendungsbeispielen für unterschiedliche Fenstertypen, die anschaulich beschreiben, welche Einsatzmöglichkeiten das jeweilige Element bietet. Enthalten sind ebenfalls Anleitungen für die Zusammenarbeit mit der Bash und Awk. Eine Manpage besitzt Gtkdialog nicht, dafür eine Infoseite und ein »doc«
-Verzeichnis mit HTML-Referenzen für alle Fenstertypen.
Mit Gtkdialog peppen Entwickler ihre Programme auf und erstellen ohne viel Aufwand schicke grafische Oberflächen. Davon profitieren besonders Awk- und Shellskripte, die über kein eigenes API für GUIs verfügen.
Fdupe 1.7
Dateidubletten aufspüren
Quelle: http://neaptide.org/projects/fdupe
Lizenz: Free for non-commercial Purpose
Alternativen: Dupseek, Dupeguru
Fdupe ist ein kleines und kompaktes Perl-Skript, das den Anwender dabei unterstützt, Dateidubletten zu finden. Das Tool untersucht und vergleicht dazu den Inhalt, nicht die Dateinamen. Zusätzliche Perl-Module sind nicht erforderlich – ein Aufruf von »/usr/bin/perl fdupe.pl«
genügt.
Beim Start definiert der Nutzer mehrere Dateien oder Verzeichnisse, die Fdupe dann rekursiv scannt. Im ersten Schritt erstellt das Skript eine Liste aller dort enthaltenen Dateien und sortiert diese absteigend nach ihrer Größe. Danach prüft und vergleicht Fdupe alle Fundstücke, die gleich groß sind. Dazu zerlegt das Tool sie in 32-Byte-Segmente und gleicht diese jeweils miteinander ab.
Die gefundenen Dublette gibt Fdupe übersichtlich gegliedert auf Stdout aus, identische Dateien erscheinen dabei als Block. Jeder Abschnitt beginnt mit der Größenangabe, gefolgt vom Dateinamen und dem vollständigen Pfad. Der Programmierer empfiehlt auf der Projekthomepage, die Ausgabe in eine Datei umzuleiten, möchte der Nutzer die Ergebnisse mit einem Skript oder anderen Tools weiterverarbeiten.
Während die Entwicklung in den letzten neun Jahren ruhte, gibt es seit Ende 2011 wieder Neuerungen. Neben einigen Fehlerkorrekturen implementierte der Macher das oft gewünschte Feature, auch Dateien und nicht nur Verzeichnisse beim Start angeben zu dürfen.
Zugegeben, für die Jagd auf Dateidubletten gibt es unter Linux komfortablere und effizientere Tools. Wer aber nach einem kleinen Programm ohne große Abhängigkeiten sucht, der findet in Fdupe einen praktischen Helfer.
Monkey 0.20.1
Kompakter und schneller Webserver
Quelle: http://www.monkey-project.com
Lizenz: GPLv2
Alternativen: Lighttpd, Nginx
Monkey ist ein schlanker und leistungsfähiger HTTP/1.1-kompatibler Webserver und besticht vor allem durch seine Geschwindigkeit. Der Fokus liegt auf der Auslieferung statischer Seiten. Zum Darstellen dynamischer Inhalte greift Monkey auf das Palm-Plugin zurück. Der Server beherrscht feste Threads und den asynchronen Modus, der die Nutzung nicht geblockter Sockets erlaubt. Auf diese Weise kann Monkey extrem viele Anfragen bearbeiten, ohne dabei Verbindungen zu blockieren.
Jede Site ist ein virtueller Host mit einer eigenen Konfigurationsdatei. Hier definiert der Admin außer dem Namen oder der IP-Adresse ein Dokumentenverzeichnis und den Aufenthaltsort der Logdateien. Die mitgelieferten Beispiele sind gut strukturiert und enthalten aussagekräftige Kommentare, sodass sich erfahrene Admins sofort zurechtfinden.
Die Haupteinrichtungsdatei enthält den Port, auf dem Monkey eingehende Verbindungen erwartet, sowie die Anzahl der Threads, die der Server startet. Weitere Parameter legen das Keep-alive-Verhalten, die Request-Größe und den Indexdateityp fest.
Monkey ist ein performanter Webserver, der sich gut zur Darstellung statischer Sites eignet. Wer dynamische Inhalte anbieten will, greift besser zu einer anderen Lösung.
Rsstail 1.8
RSS-Reader für die Konsole
Quelle: http://www.vanheusden.com/rsstail
Lizenz: GPLv3
Alternativen: Snownews, Newsbeuter
Wie der Name ahnen lässt, handelt es sich bei diesem Tool um einen RSS-Reader für die Konsole. Er beobachtet Feeds und aktualisiert die Anzeige, wenn er einen neuen Artikel entdeckt – ähnlich wie »tail -f«
. Dazu ruft der Anwender »rsstail -u«
zusammen mit einer oder mehreren URLs auf. Darf es etwas detaillierter sein, geben Parameter wie »-a«
, »-p«
, »-t«
oder »-d«
Informationen über Autor, Veröffentlichungsdatum, Zeitstempel und eine Beschreibung des Feed aus.
In der Voreinstellung überprüft Rsstail alle 15 Minuten, ob es neue Artikel gibt. Alternativ definiert der Anwender hinter »-i«
ein eigenes Intervall in Sekunden. Für oft aktualisierte Feeds besteht die Möglichkeit, nur Einträge der letzten Minuten oder Stunden anzuzeigen. Filteroptionen sorgen für mehr Übersicht. So reduziert der Anwender mit »-b«
lange Beschreibungen auf eine Bytezahl seiner Wahl. Über »-n«
schränkt er die Zahl der Feeds ein, mit »-H«
entfernt Rsstail alle HTML-Tags. Das Tool kann laut Manpage auch mit Proxyservern umgehen; auf einem Testsystem klappte die Zusammenarbeit mit Squid jedoch nicht.
Rsstail ist ein sehr praktisches Tool für alle Anwender, die oft auf der Konsole arbeiten und dabei ihre abonnierten Newsfeeds im Auge behalten möchten.
Procmeter 3.5d
Monitor für das »/proc«
-Verzeichnis
Quelle: http://www.gedanken.demon.co.uk/procmeter3
Lizenz: GPLv2
Alternativen: Gkrellm, Conky
Ein Blick ins Verzeichnis »/proc«
offenbart aktuelle Informationen zum Zustand des eigenen Systems. Allerdings gleicht manche Suche der nach der berühmten Nadel im Heuhaufen. Procmeter beobachtet die Kernel-Informationen und bereitet sie grafisch auf. Das Tool präsentiert die gesammelten Daten wahlweise interaktiv in einer grafischen Oberfläche oder schreibt sie in eine Protokolldatei. Für den GUI-Einsatz bietet Procmeter verschiedene Looks an: GTK 1, GTK 2 oder Xaw. Dabei ist ebenfalls eine Variante für kleine LCD-Displays.
Das Programmfenster ist in so genannte Panels gegliedert. Diese stellen die ermittelten Werte der einzelnen Module als Text, Graph oder Balken dar. Procmeter bietet unter anderem Module für »acpi«
, »biff«
, »cpuinfo«
, »loadavg«
, »netdev«
, »meminfo«
und »vmstat«
an, die der Anwender nur aktivieren muss. Dazu bedient er sich der rechten Maustaste und wählt die Komponenten im Kontextmenü aus. Über die linke Maustaste positioniert und konfiguriert er die Module.
Alle so vorgenommenen Einstellungen sind nur temporär. Um Procmeter immer mit derselben Ansicht zu starten, legt der Nutzer eine Konfigurationsdatei namens »~/.procmeterrc«
an. Informationen zu deren Syntax und eine Beispieldatei enthält die Manpage zu »procmeterrc«
.
Procmeter ist ein flexibler Systemmonitor, den Anwender ganz nach ihren Bedürfnissen einrichten. Das Tool passt sein Look&Feel an gängige Oberflächen an und macht sogar auf LCDs eine gute Figur, was es für den Einsatz auf Embedded Devices prädestiniert.
Snarsshe 11.10.12
Remotesysteme mit Rsync archivieren
Quelle: http://www.cogent-it.com/software/snarsshe
Lizenz: GPLv2
Alternativen: Synbak, Burp
Snapshots via Rsync in a simple Shell Environment – so der lange Name – ist eine Skriptsammlung, die bei der regelmäßigen Datenarchivierung hilft. Dazu sichert Snarsshe Momentaufnahmen entfernter Systeme in regelmäßigen Abständen und speichert sie in einem lokalen Repository. Im Hintergrund arbeiten GNU-Tools wie »sed«
, »grep«
und »find«
.
Für die eigentliche Übermittlung der Daten nutzt Snarsshe Rsync via SSH. Dabei überträgt Rsync genau den Zustand, in dem sich das Remotesystem befindet. Der Admin muss also selbst dafür sorgen, dass alle Dateien oder Datenbanken geschlossen sind, oder entsprechende Sicherungstools verwenden. Die lokale Kopie landet im Verzeichnis »/backup/snapshots«
. Dieser Pfad lässt sich nicht ändern. Der Entwickler empfiehlt, dem Verzeichnis eine eigene Partition zu spendieren. Über Umgebungsvariablen ist einstellbar, wie viele Snapshots immer vorhanden sein sollen, wann eine Kopie als veraltet gilt und wie viel Plattenplatz im Repository existieren muss.
Sichert das Tool Daten zum ersten Mal, erstellt es das Backupverzeichnis eigenständig und baut danach die Rsync-Verbindung auf. Zu jedem Snapshot gehört eine Logdatei auf dem lokalen Rechner. Der Link »latest«
zeigt auf den neuesten Snapshot – so muss der Nutzer nicht lange suchen.
Snarsshe ist eine interessante Skriptsammlung, die sich um die regelmäßige Sicherung entfernter Systeme kümmert. Da es kaum Abhängigkeiten aufweist, ist es fast überall lauffähig. (U. Vollbracht/hej)
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