Open Source im professionellen Einsatz

Belichtung und Zeitpunkt

Beim Aufnehmen eines Bildes lässt es sich bei Panorama-Aufnahmen nicht vermeiden, dass einige Bilder direkt in die Lichtquellen zielen. Wegen der resultierenden starken Kontraste ergibt eine Rundumaufnahme nur als Belichtungsreihe wirklich Sinn. Abbildung 2 zeigt die für den Mini-Planeten aus Erding verwendeten Bilder in der Digikam-Vorschau  [1].

Abbildung 2: Übersichtlich zeigen Fotomanagement-Programme wie Digikam die einzelnen Bilder.

Die Aufnahme von teilweise einigen Hundert Bildern wird aber einige Zeit in Anspruch nehmen, deshalb sollte der Ort möglichst statisch sein. Andernfalls würden in der Zwischenzeit große Wolken, Schiffe, Lastwagen und dergleichen vorbeiziehen und das Zusammenfügen der Bilder scheitern. Die sich ändernde Helligkeit des Himmels gleicht die Software Hugin [2] erstaunlich gut aus, sie lässt sich aber notfalls auch noch später in Gimp [3] korrigieren.

Den besten Aufnahmezeitpunkt bei einer Mischbeleuchtung aus natürlichem und künstlichem Licht, zum Beispiel bei Gebäuden in einer Stadt, gibt die so genannte blaue Stunde, wenn die künstlichen und natürlichen Lichter etwa gleich hell sind. Das ist meistens etwa 30 bis 45 Minuten vor und nach Sonnenauf- und -untergang der Fall. Findet die Aufnahme zu einer normalen Tageszeit statt, hilft es, die Sonne hinter einem Busch oder Haus zu verstecken, sodass zwar klar ist, wo sie sich befindet, sie aber das Bild nicht unnötig stört.

Standort

Den richtigen Standort zu finden kann durchaus einige Zeit und vergebliche Versuche in Anspruch nehmen. Vor allem der Untergrund macht dem Fotografen zu schaffen: Direkt unter der Kamera befindet sich schließlich das Stativ. Um es später leichter wegretuschieren zu können, sollte der Boden direkt unter der Kamera leicht kopierbar sein. Ideal sind kleine zufällige Strukturen wie zum Beispiel Gras oder feiner Kies. Tendenziell schlecht sind Kacheln oder Mosaikbilder, weil sich die entstehenden gebogenen Abbildungen davon nur mit viel Zeitaufwand nachzeichnen lassen.

Unabdingbar ist eine Kamera, die über ein manuelles Programm verfügt, das es gestattet, Blende, Belichtungsdauer, Fokussierung und Weißabgleich fest einzustellen. Außerdem bedarf es eines Stativs, eines kabelgebundenen Auslösers, frisch geladener leistungsfähiger Batterien – und viel Platz auf der Speicherkarte ist erforderlich. Das Objektiv sollte so viel Weitwinkel aufweisen, dass es im Hochformat den Bereich der Wipfel bis hin zum Zenit auf einem Bild erfasst. Hilfreich sind eine Kamera, die die Bilder im Rohformat (Raw) speichert, damit sich Belichtung und Weißabgleich auch noch nachträglich korrigieren lassen, ein gegebenenfalls selbst gebauter Panoramakopf (Abbildung 3) und eine Graukarte für den korrekten Weißabgleich.

Abbildung 3: Ein selbst gebauter Panoramakopf [5] vermindert die Parallaxe.

Abbildung 3: Ein selbst gebauter Panoramakopf [5] vermindert die Parallaxe.

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