Open Source im professionellen Einsatz

Dateisystem-Reparatur

Vom Red-Hat-Entwickler Josef Bacik kommt ein Recovery-Tool für Btrfs, das sich derzeit im Betastadium befindet. Es kümmert sich um den Root Tree Block, die Wurzel einer Btrfs-Partition. Ist diese beschädigt, lässt sich das Dateisystem nicht einmal einhängen. Baciks Programm hilft, indem es die nächstältere intakte Kopie verwendet. Dank der standardmäßigen Commit-Frequenz von 30 Sekunden ist diese nicht viel älter als das zerstörte Original. Das Feature ist rückwärtskompatibel und soll in Kernel 3.2 Einzug halten.

Embedded-Konferenz

Gleichzeit zur Linuxcon fand in den benachbarten Konferenzräumen die Embedded Linux Conference Europe (ELCE) statt. Dort beschäftigte sich beispielsweise Arnd Bergmann vom Linaro-Projekt mit USB-Sticks, CF- und SD-Karten sowie SSDs preisgünstiger Machart.

Er analysierte solchen Flashspeicher anhand des Timings verschiedener Schreib- und Lesetests und identifizierte zwei Typen: Der eine ist für schnelle lineare Schreibvorgänge optimiert, wie sie etwa bei Video-Aufnahmen die Regel sind. Schreibzugriffe auf beliebige logische Blöcke (Random Write) verlaufen dagegen langsam. Der andere Typ erlaubt schnelleres Random Write, muss aber mit aufwändigem Umsortieren neuen Platz schaffen, wenn die freien physikalischen Blöcke ausgehen. Seine Befunde zu einzelnen Modellen und Fabrikaten hält Bergmann im Linaro-Wiki fest [1].

Eher einen Schnappschuss aus seiner Arbeit als endgültige Befunde zeigte Yoshitake Kobayashi von Toshiba. Er arbeitet an Produkten für Aufzüge und Kraftwerke, die Langzeitunterstützung von mehr als zehn Jahren benötigen. Nach einigen Jahren ist die originale Hardware aber nicht mehr verfügbar, also muss er sich auf die Suche nach einer Kernelversion machen, die zwar neue Hardware unterstützt, aber gleichzeitig mit der bestehenden Software zusammenarbeitet.

Doch was Kobayashi als "automatisierten Regressionstest" angekündigt hatte, stellte sich eher als Sammlung handgestrickter Skripte in Kombination mit dem Linux Test Project (LTP) heraus. Die Zuhörer empfahlen dringend, die Auswertung der Testprotokolle zu automatisieren.

Wesentlich systematischer geht das Linux Driver Verification Project [2] vor, das Alexei Choroschilow von der Russischen Akademie der Wissenschaften vorstellte. Mit Hilfe statischer Code-Analyse und geballter Cluster-Rechenleistung sucht es in Kerneltreibern nach typischen Fehlern wie etwa Nullpointer-Dereferenzierung. Das Projekt hat bereits zahlreiche Patches in den offiziellen Kernel eingebracht. Es bleibe aber eine Herausforderung, schloss Choroschilow seine Ausführungen, Suchkriterien für weitere Fehler zu formulieren.

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