Linux-Leid
09/11, S. 44: Zu den Erklärungsversuchen, weshalb sich Linux als Desktop-Betriebsystem nicht durchsetzt: Ich denke, es ist der seit rund zwei Jahren fehlende funktionale Desktop. Es geht um Linux als Arbeitsumgebung, also den Einsatz als Werkzeug, und nicht um Innovation oder Coolness.
Wer den auf Erfahrung beruhenden, intuitiven Umgang mit Werkzeugen vernichtet, vernichtet Produktivität. Genau das passiert, wenn sich die Bedienung ändert, ohne dass damit ein erkennbarer Funktionsgewinn einhergeht. Das ist bei KDE 4.x und den wesentlichen KDE-Programmen der Fall. Das Erlernen des Neuen bringt keinen Gewinn, es ersetzt nur entwertetes Wissen. Der Anwender beschäftigt sich statt mit seiner Arbeit mit dem Werkzeug. Dazu ist er nachvollziehbar nicht bereit.
KDE 3.5 war noch okay, KDE 4.x ist meiner Meinung nach indiskutabel, eine Sammlung von Design-Ideen, die jedes Wissen über Ergonomie vermissen lässt. Diese Seuche betrifft fast alle Betriebsysteme. Bei Windows kann man den pastellfarbenen Playmobil-Kindergeburtstag mit ein paar Klicks abschalten. Das tun auch die meisten. Bei KDE vermisse ich die Möglichkeit, auf KDE 3.5 zurückzuschalten. Gnome hat sogar gerade die Einstellmöglichkeiten entfernt.
Wer die Experimentierfreudigen unter 25 Jahren anvisiert, sollte sich wegen der Alterspyramide und geburtenschwacher Jahrgänge über sinkende Marktanteile nicht wundern. Eine Diskussion zum Thema "Wie soll Software zum Arbeiten aussehen und geändert werden" halte ich für überfällig.
Werner Heisch, per E-Mail
GTK+ auf dem Mac
11/11, S. 30: Im GTK+-Artikel heißt es im Fazit: "Unter Mac OS X bleibt eine einfach zu installierende GTK+-Implementierung weiterhin wünschenswert." Seit ein paar Wochen gibt es diese endlich im Rahmen des Zero-Install-Projekts. Unter http://sourceforge.net/projects/macpkg/files/PyGTK/2.24.0/PyGTK.pkg befindet sich ein dem Windows-Py-GTK-All-in-one-Paket gleichwertiges Paket für Mac OS X. Es leistet zumindest unter Mac OS X 10.6 gute Dienste.
Henri Wahl, per E-Mail