Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 12/2011
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Nahtlos transparent

Die so versprochene "intelligente Hochverfügbarkeit" funktioniert auch in der Praxis sehr gut: Weil das Open-QRM-Kontrollzentrum die Kommunikation zwischen dem Storage auf der einen und den Ressourcen auf der anderen Seite nahtlos transparent abwickelt, verschwimmen die Grenzen zwischen physikalischen Hosts und virtuellen Maschinen. Vom Open-QRM-Bootservice erfährt ein physikalischer Computer oder eine VM beim Systemstart, welches Betriebssystem zu booten ist.

Auch ein fixes Widmen einzelner Maschinen ist möglich, meist aber nicht sinnvoll. Über den Open-QRM-Kern erfährt das bootende System auch, wo es seine Daten findet. Damit kennt es alle wichtigen Details und kann seine Arbeit aufnehmen.

Open QRM Enterprise verspricht die physikalischen in virtuelle Systeme nahtlos zu überführen, ebenso virtuelle in physikalische und virtuelle in andere virtuelle Systeme. Das Ganze verwaltet der Admin mit grafischen Tools, zum Beispiel dem Baukasten des Visual Infrastructure Designers aus Abbildung 7.

Abbildung 7: Die eigene Cloud-Infrastruktur entwerfen per Drag&Drop, das verspricht der Open QRM Visual Infrastructure Designer.

Intelligente Hochverfügbarkeit dank Green IT

Ebenfalls enthalten sind in Open QRM Features, die die Entwickler als Green IT bezeichnen. Ausgehend von der Beschreibung eines typischen HA-Clusters – ein System betreibt einen Dienst und das andere System langweilt sich – rechnen sie vor, dass Open-QRM-gesteuerte Rechenzentren wesentlich umweltfreundlicher sind. Weil jedes System auf jedem Host laufen kann und es sehr unwahrscheinlich ist, dass alle Server gleichzeitig ausfallen, lässt sich in einem typischen HA-Szenario die Zahl der Standby-Server massiv reduzieren. Per IPMI-Protokoll aktiviert die Enterprise-Variante von Open QRM dann bei Bedarf zusätzliche Server, und stellt so sicher, dass der Webauftritt auch einen plötzlichen Ansturm interessierter Neukunden meistert.

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