Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 12/2011
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Eucalyptus

Eucalyptus ist einer der ältesten Cloud-Stacks. Zu Redaktionsschluss war die Version 3 [10] laut Hersteller bereits fertig, auf der Open-Eucalyptus-Seite stand aber für den Test leider nur Version 2 zum Download bereit. Das ist schade, weil gerade die dritte Ausgabe deutliche Verbesserungen im Bereich der Hochverfügbarkeit zu bieten hat. Doch schon in der zweiten Ausgabe steht die Infrastruktur eigentlich parat, die notwendig wäre, um den Ausfall von Nodes zu kompensieren und gestörte virtuelle Maschinen neu zu starten.

Eucalyptus zeichnet sich insbesondere durch seine Kompatibilität zu Amazons EC2 [11] aus. So lassen sich virtuelle Maschinen aus einer privaten Eucalyptus-Wolke in den "Amazonas" migrieren und vice versa.

Viele Controller

Die Software besteht aus fünf Komponenten: Der Cloud Controller (CLC) ist die Instanz für den Betrieb der Cloud, in der alle Fäden zusammenlaufen. Er wickelt auf Wunsch auch die Kommunikation mit der EC2 ab. Daneben übernimmt Walrus [12], eines der beiden Storage Interfaces von Eucalyptus, die Verwaltung des physikalischen Speichers der einzelnen Nodes. Der Cluster Controller (CC) stellt Images für virtuelle Maschinen bereit und startet oder stoppt virtuelle Maschinen auf den verfügbaren Nodes nach Bedarf.

Der Storage Controller (SC) ist das Gegenstück zu Amazons EBS und erlaubt das Speichern von Images irgendwo in der Cloud, ohne auf genau spezifizierten physikalischen Speicher angewiesen zu sein. Last but not least kümmert sich der Node Controller (NC) darum, dass auf den vorhandenen Nodes die Cloud-Dienste nach Anweisung starten oder stoppen.

Wie bei Open Stack ist aber auch bei Eucalyptus 2 die Situation in Hinblick auf Hochverfügbarkeit eher trist. Fällt ein Node aus, merkt der Cloud Controller das zwar. Er korrigiert anschließend auch die maximale Kapazität in seiner eigenen Datenbank und hört auf, dem ausgefallenen Knoten neue VMs zuzuweisen. Die VMs aber, die zum Zeitpunkt des Node-Crash auf dem Knoten noch aktiv waren, fallen vorerst unter den Tisch – so lange, bis ein Cloud-Admin sie händisch auf einem anderen Node neu startet.

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