Open Source im professionellen Einsatz

Shelves

Während die ersten beiden Kandidaten schon ein paar Jährchen auf dem Buckel haben, bringt die Android-App Shelves [3] frischen Wind ins Geschehen. Zwar kann das Tool im direkten Vergleich mit Gcstar und Tellico nicht ganz so viel bieten, verknüpft die Sammlungen aber geschickt mit anderen Apps. Im Test trat Version 3.1.6.6 auf einem Motorola Milestone mit Cyanogenmod 7 [4], basierend auf der Android-Version Gingerbread 2.3.5, an. In der kostenlosen Variante blendet die App Werbung ein und erzeugt neue Einträge nur aus Onlinequellen und nicht von Hand. Doch der Shelves Unlocker kostet im Market rund 3 Euro und behebt dieses Problem. Außerdem erlaubt es die Vollversion, mehrere Einträge gleichzeitig zum Taggen, Bewerten oder Löschen auszuwählen und Wunschzettel zu verfassen.

Shelves bietet zehn fertige Sammlungstypen an, darunter ausgefallene wie »Kleidung« . Wer also Schuhe oder Krawatten sammelt … Eine Möglichkeit, eigene Kollektionen zu erstellen, gibt es nicht. Mit den vorhandenen Vorlagen für »Gadgets« und »Werkzeuge« sind allerdings schon die richtigen Typen für die Büroinventur dabei (siehe Abbildung 5). Neue Einträge erstellt der Anwender per Onlinesuche, über eine Barcode-Scanner-App oder von Hand. Während sich die Suche im Netz manchmal etwas zickig präsentiert, klappt das Scannen umso zuverlässiger, und es ist nur selten nötig, von Hand nachzubessern.

Abbildung 5: Kleines Display, große Übersicht: Die Android-App Shelves bringt eine vordefinierte Sammlung namens Werkzeuge mit, die sich gut für die Büroinventur eignet.

Artikelbilder importiert das Tool ebenfalls aus dem Netz. Bei Bedarf ersetzen Nutzer die Grafiken durch eigene Schnappschüsse. Leider greift die App nicht direkt auf die Kamera des Smartphones zu, sondern bietet nur den Umweg über die Galerie an. Diese gab sich im Test mitunter etwas sperrig, sodass es performanter ist, auf die Suche mit einem Dateimanager auszuweichen.

Neues und Altes

Etwas problematisch gestaltet sich die Internetrecherche bei Gegenständen, die nicht mehr ganz so taufrisch sind und daher auch in den Onlineshops fehlen. Einen älteren Eee PC 4G fand die App genauso wenig im Netz wie einen angestaubten Philips Powerpack. In solchen Fällen bleibt nur, den Gegenstand von Hand zu erfassen.

Für eine vollständige Inventarisierung fehlt ebenfalls eine Mengenverwaltung. Derzeit gibt es keine Möglichkeit, die Anzahl von Textmarkern, Kulis oder Ähnlichem einzutragen. Während es Gcstar und Tellico über ihren Feldeditor erlauben, nachträglich ein Feld für die Mengenangabe einzufügen, muss der Anwender sich bei Shelves mit den vorhandenen Feldern begnügen oder die Stückzahl in der Freitextbeschreibung eintragen. Ein weiterer Wermutstropfen in der aktuellen Version ist, dass die Andoid-App von jedem Typ nur eine Sammlung verwaltet.

Dafür punktet Shelves bei den Filterfunktionen, die sogar nach EAN-Barcodes sortieren. Wirklich praktisch ist auch die Ausleihverwaltung. Der Sammlungsmanager arbeitet mit der Kalender-App zusammen, die dann zuverlässig daran erinnert, wo sich ein Gegenstand befindet (siehe Abbildung 6). Das Wunschliste-Feature hilft beim Einkaufen. Sind die Heftklammern, die Ethernet-Kabel oder der Toner ausgegangen, markiert der Anwender die Objekte entsprechend, beim nächsten Gang zum Bürobedarf hat er die Einkaufsliste schon fertig in der Hosentasche. Beide Funktionen offenbaren sich nach einem langen Fingertipp auf ein Objekt im Regal.

Abbildung 6: Wer sich öfter wundert, wo Textmarker, Locher oder Scheren stecken, verwendet die Kalenderfunktion bei der Shelves-Ausleihe. Die Android-App nutzt dazu den Google-Kalender.

Natürlich beherrscht Shelves auch den Im- und Export. Neben dem eigenen Format versteht die App Delicious Library, liest Textdateien ein, die eine EAN pro Zeile enthalten, und versteht Online-Sammlungsverwaltungen wie Librarything oder Boardgamegeek. Per Fingertipp sendet der Android-Sammlungsmanager Daten nicht nur an den Kalender, sondern schickt Inhalte auch an Google Docs und erzeugt damit Spreadsheets. Last but not least überzeugt Shelves mit seiner Stabilität. Im Vergleich mit den beiden Desktoptools hat die Android-App hier eindeutig die Nase vorn.

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