Open Source im professionellen Einsatz

Community Edition, Dotnet 4.0 und mobile Plattformen

Die Community Edition von Graph DB steht übrigens unter der AGPL 3 (Affero General Public License), die zugehörigen Client-Bibliotheken zum Anbinden eigener Programme unter der LGPL. Zusätzlich gibt es eine kommerzielle Enterprise-Variante mit erweiterten Funktionen. So merkt sich die freie Version beispielsweise Graphen nur im RAM.

Die Mono-Entwickler werkeln derzeit fleißig an einer Unterstützung für Dotnet 4.0. Außen vor bleibt dabei auch künftig die Windows Presentation Foundation. Als Grund nennt Miguel de Icaza in seinem Blog den schlichtweg zu hohen Arbeitsaufwand. Immerhin soll es demnächst eine Unterstützung für die Beschreibungssprache XAML geben, und die wird laut Microsoft auch weiterhin ein wichtiges Standbein für Windows-Entwickler sein.

Xamarin legt den Fokus auf die mobilen Plattformen und macht damit wohl rege Gewinne [16]. Nach Icazas Angaben schlummern in den App-Stores mittlerweile über 2000 mit Mono geschriebene Anwendungen. Deren Entwickler mussten brav eine Mono-Lizenz erwerben, die zudem nicht ganz billig ist: Fast 400 Euro pro Jahr muss ein Android-Developer in der einfachsten Variante hinblättern. Darüber hinaus wächst der Markt mit Smartphones und Tablets, der traditionelle Desktop ist rückläufig. Laut Icaza hat Mono auf dem iPhone und Android mehr Entwickler, als jemals zuvor auf dem Desktop.

Richard Doll, der CEO von Sones, betrachtet dies auch für den Desktop als vorteilhaft: "Durch die Verschiedenheit und die Beschränkungen der Anbieter hat sich hier ein glasklarer Anwendungsfall für die Portierbarkeit von Mono-Code-Development ergeben. Das kann nur gut sein für die Bekanntheit und das Wachsen von Mono. Für viele Entwickler einer populären Plattform heißt das, dass sich für das Mono-Projekt die kommerziellen Chancen erhöhen. Das sichert die Zukunft."

Die Referenzliste auf den Seiten des Mono-Projekts [17] scheint dies auf den ersten Blick zu unterstreichen: Erstaunlich viele Firmen setzen auf Mono, darunter auch Größen wie Electronic Arts, die Wikipedia oder die 3-D-Spiele-Engine Unity. Doch bei genauer Betrachtung kommt Mono oft nur in kleineren Teilaufgaben zum Einsatz. Für Dotnet gibt es dagegen Unmengen an Anwendungen.

Perspektiven, Gegner und Zukunft

Xamarin und Mono arbeiten immer gegen die riesigen Teams von Microsoft und die starke Verzahnung von Dotnet mit Windows an. Dass die Redmonder jüngst einige Dotnet-Komponenten geöffnet haben, hat auch die Weiterentwicklung von Mono beschleunigt.

Allerdings sind nach wie vor einige Teile der auch von Mono angebotenen Klassenbibliotheken möglicherweise mit Patenten von Microsoft belastet, was Verfechter freier Software unermüdlich kritisieren, auch wenn Microsoft immerhin angekündigt hat, bei Dotnet auf Patentklagen zu verzichten. Die Teile des ECMA-Standards unterstehen zudem dem Microsoft Community Promise, einer Art Nichtangriffspakt [18].

Im Frühling überraschte Sones mit der Meldung, gemeinsam mit Xamarin eine Stiftung für Mono gründen zu wollen, allerdings noch bevor Suse ihre Mono-Lizenzen an Xamarin übertrug und Icazas Firma die Führung im Mono-Projekt übernahm [19].

Die Zukunft von Mono sehen die Entwicklern bei den mobilen Plattformen. Xamarin entwickelt zwar Mono weiter, konzentriert sich dabei aber auf den ECMA-Standard und wird nicht bedingungslos Microsofts Dotnet hinterherhecheln. Sones Graph DB zeigt, wozu Mono heute in der Lage ist – und F-Spot, wo mögliche Probleme warten. Die entstehen vor allem dann, wenn man grafische Oberflächen benötigt, auf native Bibliotheken zurückgreift und nicht auf portierbaren Programmcode achtet.

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