F-Spot: Plattformabhängige Bildbearbeitung mit Mono
Mehr Probleme bekam Timothy Howard, als er die Bildbearbeitung F-Spot [10] auf Windows portieren wollte. F-Spot selbst ist komplett in C# und Mono geschrieben. Für die Benutzeroberfläche setzt es auf GTK# – primär, um sich besser in den Gnome-Desktop zu integrieren.
F-Spot war jedoch nie auf Plattformunabhängigkeit ausgelegt. Seine Entwickler hatten deshalb nicht nur einfach hemmungslos drauflosprogrammiert, sondern auch so genannten "unmanaged Code" verwendet, also externe Linux-Bibliotheken und Programme eingebunden. Davon betroffen waren unter anderem das Farbmanagement und der Import von Fotos aus der Kamera, dies geschah beispielsweise mit Gphoto.
Timothy Howard kommentierte deshalb erst einmal die meisten dieser Funktionen aus und konzentrierte sich zunächst ganz auf die Benutzeroberfläche [11]. Die ließ sich mit GTK# nach einigen Anfangsschwierigkeiten mit Signal-Handlern und GTK Builder ziemlich reibungslos portieren. Auch die unterschiedlich aufgebauten Verzeichnisnamen und Trennzeichen (»\«
statt des Schrägstrichs) waren recht schnell korrigiert. "Nachdem ich das GTK-Builder-Problem gelöst hatte, fand ich es erstaunlich einfach, F-Spot zum Laufen zu bekommen, die SQLite-Datenbank zu lesen und Fotos anzuzeigen", so Timothy Howard.
Sehr viel weiter kam er jedoch noch nicht – vor allem weil F-Spot seinen Angaben zufolge selbst auf Eis liegt. Die Gründe dafür sind jedoch weniger bei Mono zu suchen als bei fehlenden Entwicklern. Ob es noch einmal weitergeht, ist ungewiss. Distributionen wie Fedora und Ubuntu haben die Bildbearbeitung schon vor einigen Ausgaben aus der Standardinstallation verbannt.
Auch hier gaben wieder die Funktionen den Ausschlag, nicht Mono selbst. Im Gegenteil: Die meisten Linux-Distributionen mit Gnome-Desktop installieren Mono nach wie vor standardmäßig.
Spot aus?
Gegenüber dem Linux-Magazin resümiert Timothy Howard: "So wie ich das anhand des Windows-Ports beurteilen kann, ist F-Spots größtes Problem, dass es von den aktuellen Mono-Standards überholt wurde. Die Entwicklung begann 2005 nahezu gleichzeitig mit der Entstehung von Mono (auch wenn Mono 1.0 im Juni 2004 erschien)." Sein Blick zurück? "Viele Dinge wurden damals getan, die ich heute sicher anders machen würde, insbesondere dann, wenn man die Entwicklung einer Crossplattform-Fotoverwaltung im Auge behält."
Wie einfach sich mit Mono portable Programme schreiben lassen, beweist die in Leipzig ansässige Sones GmbH mit ihrer Graphdatenbank Graph DB [12].
Diesen Artikel als PDF kaufen
Express-Kauf als PDF
Umfang: 8 Heftseiten
Preis € 0,99
(inkl. 19% MwSt.)
Als digitales Abo
Weitere Produkte im Medialinx Shop »
Versandartikel
Onlineartikel
Alle Rezensionen aus dem Linux-Magazin
- Buecher/07 Bücher über 3-D-Programmierung sowie die Sprache Dart
- Buecher/06 Bücher über Map-Reduce und über die Sprache Erlang
- Buecher/05 Bücher über Scala und über Suchmaschinen-Optimierung
- Buecher/04 Bücher über Metasploit sowie über Erlang/OTP
- Buecher/03 Bücher über die LPI-Level-2-Zertifizierung
- Buecher/02 Bücher über Node.js und über nebenläufige Programmierung
- Buecher/01 Bücher über Linux-HA sowie über PHP-Webprogrammierung
- Buecher/12 Bücher über HTML-5-Apps sowie Computer Vision mit Python
- Buecher/11 Bücher über Statistik sowie über C++-Metaprogrammierung
- Buecher/10 Bücher zu PHP-Webbots sowie zur Emacs-Programmierung
Insecurity Bulletin
Im Insecurity Bulletin widmet sich Mark Vogelsberger aktuellen Sicherheitslücken sowie Hintergründen und Security-Grundlagen. mehr...





