Kollegial
Mendeley wirkt auf den ersten Blick wie ein Zotero-Ableger, den bessere Interfacedesigner hier und da etwas aufgehübscht haben. Sogar die Aufteilung des Hauptfensters ähnelt dem vorherigen Testkandidaten, ebenso das Ordner- und Gruppenschema. Die Übereinstimmung geht noch weiter: Mendeley kann Zotero-Datenbanken integrieren, sodass Anwender sich nicht für eines der beiden Tools entscheiden müssen, sondern die Datenbestände abgleichen können (siehe Abbildung 5).
Neue Einträge wandern über »Add Documents«
in die Datenbank. Hinter diesem Menüpunkt verbergen sich Funktionen, die verschiedene Dateiformate oder alle Dateien innerhalb eines Ordners importieren, sowie eine Option, um manuelle Einträge hinzuzufügen. Bei der Anzahl an Kategorien hat Zotero gegenüber diesem Kandidaten leicht die Nase vorn. Dafür bietet Mendeley DOI- und PMID-Felder im Eintragseditor und verknüpft diese mit einer Lookup-Funktion für Metadaten. ISBNs müssen leider draußen bleiben, zwar ist ein Feld dafür vorgesehen, aber es besitzt keine Importfunktion.
Dateien im Bibtex- oder RIS-Format erkennt Mendeley und importiert den Inhalt komplett und ohne Nachfrage. Aus PDFs versucht die Anwendung Metadaten so weit wie möglich anhand der Dokument-Auszeichnung zu extrahieren. Alle anderen Formate nimmt das Programm ohne zu murren in die Datenbank auf, überlässt die Eingabe der zugehörigen Metadaten aber ganz dem User. Im Zweifelsfall fragt die Literaturverwaltung nach und gibt dem Nutzer die Möglichkeit nachzuarbeiten (Abbildung 6).
Datenpflege
Insbesondere bei PDF-Dateien entfaltet dieser Testkandidat seine ganze Stärke. Der integrierte Betrachter ist exzellent und verfügt über Markierungs- und Notizwerkzeuge. Schwächen offenbaren sich hingegen bei der Suche. Zwar ist es möglich, nach bestimmten Feldern zu suchen, aber fortgeschrittene Funktionen sind nicht implementiert und sogar boolesche Logik ist nicht verfügbar. Außerdem sind die vorhandenen Features in diesem Bereich nirgends dokumentiert und erschließen sich nur dem Anwender, der gerne probiert und testet.
Bei den Office-Plugins hat sich Mendeley beim Zotero-Code bedient, so verwundert es nicht, dass die Integration in gängige Textverarbeitungen genauso zuverlässig funktioniert. Lediglich der Mendeley-Zitatstil-Verwalter hat leicht die Nase vorn – neue Stile sind komfortabler zu installieren.
Nach dem Einspielen der Erweiterung und dem Neustart der Bürosuite erscheint eine ähnliche Menüleiste wie beim freien Konkurrenten. Zu Schwierigkeiten kann es nur kommen, wenn beide Literaturverwaltungen ihre Plugins auf die Textverarbeitungen loslassen. Dann empfiehlt sich vor der Nutzung in Mendeley, die Zotero-Plugins zu deaktivieren.
Der Austausch der Mendeley-Datenbank zwischen zwei Rechnern findet immer über den Account des Anbieters statt, und da heißt es ab einer Datenmenge von 1 GByte – zahlen. Genau wie bei Zotero (wo der Onlinespeicher optional ist) können Anwender Gruppen bilden und Mitarbeiter einladen, die dann allerdings ebenfalls einen Mendeley-Account benötigen.
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