Gut verteilt
Zotero importiert zwölf verschiedene Formate. Die Literaturverwaltung unterstützt neben Bibtex auch das ebenfalls verbreitete RIS-Format (Research Info Systems) oder das aus den 70er Jahren stammende MARC-Fossil der Library of Congress (Machine Readable Cataloging). Die Angaben wandern per Datei oder direkt aus der Zwischenablage in die Datenbank.
Im Hintergrund verwaltet SQLite die Informationen. Außerdem existiert ein spezielles Verzeichnis (»storage«
), in dem Snapshots und eingebundene Dateien in ihren Ursprungsformaten liegen. Die Ordnerstruktur ist allerdings so undurchsichtig, dass eine Suche über das Dateisystem wenig bis keinen Sinn ergibt. Auch Liebhaber regulärer Ausdrücke kommen bei Zotero nicht auf ihre Kosten. Dennoch ist die mitgelieferte Suchfunktion durchaus mächtig. Eine Schnellsuche ist über das Eingabefeld in der Menüzeile erreichbar und fahndet in allen Bereichen, also in Feldern und Datei-Anhängen. Zusätzlich öffnet ein Klick auf die Lupe eine komplexe Suchleiste, in der Anwender Bedingungen definieren und Suchausdrücke abspeichern können.
Weit unproblematisch als bei Jabref gestaltet sich die Integration von Zotero in die großen Office-Anwendungen. Plugins für MS Word, Open, Neo und Libre Office stehen samt ausführlicher Anleitung auf der Projektseite bereit. Der Standalone-Client installiert die Erweiterungen selbstständig; Nutzer des Firefox-Addon rüsten von Hand nach. Nach dem Neustart des Browsers und der Office-Anwendung bietet eine neue Werkzeugleiste verschiedene Zotero-Funktionen an.
Sobald der Anwender auf »Zitat einfügen«
klickt, öffnet sich eine Liste vorinstallierter Stile, aus der er den passenden auswählt. Ist die gewünschte Zitierweise nicht dabei, hilft möglichweise ein Blick auf die Zotero-Webseite weiter. Dort stehen fast 1700 unterschiedliche Zitierstile zum Download. Im Zitate-Editor nimmt der Nutzer weitere Einstellungen oder schnelle Korrekturen vor. Jedes ins Office-Dokument eingefügte Zitat landet automatisch auch in der Bibliografie am Ende des Textes (Abbildung 4).
Zotero synchronisiert wahlweise nur die Metadaten oder die Anhänge gleich mit. Danach greifen Anwender von jedem anderen Rechner aus darauf zu, auch ohne eine Zotero-Installation zur Hand zu haben. Die Zotero-Cloud ermöglicht außerdem einen Sync zwischen mehreren Computern. Wer die Anhänge ebenfalls abgleichen möchte, der sollte einen Webdav-fähigen Server haben oder eben das kostenpflichtige Zotero-Storageangebot nutzen. Anwender mit solchen Accounts können ihre Daten mit anderen Nutzern eines Onlinezugangs teilen. Dazu erstellen sie im Webinterface eine Gruppe, zu der sie weitere Mitarbeiter einladen.
Mendeley
Der nächste Testkandidat ist nichts für Anwender, die ihre Daten gerne ausschließlich auf dem eigenen Rechner vorhalten. Mendeley [6] ist ein Desktoptool mit Online-Erweiterung. Das unter einer eigenen Lizenz veröffentlichte Qt-Programm versucht den Nutzer schon beim ersten Download zu überreden, einen Account auf dem Server des Anbieters anzulegen. Überspringt er diesen Schritt, geht es spätestens nach dem ersten Programmstart ohne einen solchen Account nicht mehr weiter.
In der kostenlosen Basisvariante steht 1 GByte Webspace zur Verfügung, 500 MByte für persönliche Daten und 500 MByte für gemeinsam genutzte Daten. Der Speicherplatz und die Zahl privater Arbeitsgruppen (maximal fünf im kostenlosen Account) kann der Anwender staffelweise erhöhen. Für rund 5 Euro monatlich gibt es 7 GByte Speicher und zehn Arbeitsgruppen, für zirka 10 Euro 15 GByte und 25 Gruppen. Wer mehr Platz benötigt, kann beim Hersteller ein Angebot anfordern.
Im Downloadbereich warten Pakete für verschiedene Linux-Systeme, für Mac OS X und diverse Windows-Generationen. Darüber hinaus bietet der Hersteller eine App für iPhones, iPads und iPods an. Im Test trat Version 1.0.1 an.
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