Mobile Patente
Linux-Magazin: Google, Apple, Microsoft und andere Konzerne führen gerade mit Milliardenbeträge einen Patentkrieg. Bringt der Embedded-Markt auch für Canonical Patent- und IP-Probleme mit sich?
Mark Shuttleworth: Das ist ein Riesensumpf und leider sind wir keine Fee, die einfach drüberfliegen könnte. Wir sind bereit, bis zu einem gewissen Grad in diesen Sumpf hineinzuwaten. Eine Alternative sehe ich auch nicht. Mir ist da viel wichtiger, GNU/Linux zu einer echten Option für die Industrie zu machen und nicht nur bei Android mitzumischen.
Linux-Magazin: Eine technische Frage, die vielen langjährigen Ubuntu-Anwendern auf der Seele brennt: Warum läuft alte Hardware nicht mehr so gut mit neuen Versionen von Ubuntu? Die Konsistenz der Treiberunterstützung war doch früher eine der großen Stärken von Linux.
Mark Shuttleworth: Perfektion zu erreichen ist sehr, sehr teuer. Canonical hat Verträge mit einigen Firmen, die wollen, dass Linux auf ihrer Hardware läuft. Ansonsten kümmern wir uns um die Probleme, die die Mehrzahl der Anwender betreffen.
Aber jetzt tritt das ein, was wir uns eigentlich immer gewünscht haben: Immer mehr Leute verwenden Ubuntu. Manch einer hofft, dass damit auch wie durch Magie viele Fehler verschwänden. Aber leider ist dem nicht so, gerade die Hardware-Unterstützung ist harte, teuere Arbeit. Was man bei Ubuntu bekommt, ist ein pragmatischer Ansatz, ein Desktop, der auf der am meisten verbreiteten Hardware funktioniert.
Da kann sich Canonical noch so anstrengen, Perfektion werden wir hier niemals erreichen. Aber wir können dafür sorgen, dass zum Beispiel die 15 000 Computer, die sich eine Stadt wie München anschafft, tadellos funktionieren, und das ist dann ein wichtiges Aushängeschild.
Eine Frage der Manpower – oder etwa mehr?
Linux-Magazin: Heißt das, es ist prinzipiell nur eine Frage der Manpower?
Mark Shuttleworth: Ja. [Denkt nach] Na ja, nicht nur. Es geht um das Ökosystem, um Interessen und Ausgewogenheit. Es ist ganz wichtig, dass wir als Community kommerzielle Interessen nicht untergraben. Selbst dann nicht, wenn daraus Aktionen resultieren, die wir nicht teilen. Und das hatten wir schon am Anfang dieses Gespräches: Je mehr Einschränkungen die Community sich selbst auferlegt, desto weniger Erfolg werden wir haben. Ein diversifiziertes Open-Source-Ökosystem nutzt allen.
Linux-Magazin: Wenden wir uns vom Tagesgeschäft ab. Wo steht freie Software im Jahr 2011 im Vergleich zu früher?
Mark Shuttleworth: Wir befinden uns gerade in einem sehr wichtigem Prozess des Erwachsenwerdens. Manchmal hat mich schon schockiert, wie unerfahren, unreif und zersplittert die Community und die Open-Source-Unternehmen waren. Auch ich musste lernen, dass ich meine Meinung allzu stark in solche Prozesse eingebracht habe und damit viel zu der Zersplitterung beigetragen habe.
Heute hat es absolute Priorität, herauszufinden, wie wir alle besser und erfolgreicher miteinander arbeiten können. Den Desktop Summit hier zusammen zu veranstalten, von solchen Aktionen brauchen wir mehr.
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