Open Source im professionellen Einsatz

Das Internet der Dinge

Da Anfang 2011 der Adressenraum im Internet mit den bisher 4,3 Milliarden Internetadressen bereits knapp wurde, stellt der kommende IPv6-Standard ungefähr 340  Sextillionen (eine 340 gefolgt von 36 Nullen) mögliche Internetadressen bereit [1]. Analysten prognostizieren, dass IPv4 und IPv6 mindestens bis Mitte der 2030er Jahre parallel existieren werden – da wären wir wieder bei 20 Jahren.

Aber wer braucht das? Während das Web 1.0 und 2.0 vorrangig auf Computern stattfanden, kommt nun das Web 3.0, das Internet der Dinge: Schon gegen Ende dieses Jahrzehnts werden unglaublich viele Dinge des täglichen Lebens mit dem Internet verbunden sein und kommunizieren – von den Thermostaten in unseren Häusern über Haushaltsgeräte, Stromzähler (Abbildung 2), Autos, Gepäckanhänger und Jogging-Schuhe bis hin zur mit RFIDs ausgestatteten Milchtüte im Supermarkt.

Abbildung 2: Keine Zukunftsmusik: Intelligente, programmierbare Stromzähler sind heute schon Gegenstand des Paragraphen 21 des deutschen Energiewirtschaftsgesetzes.

© © EVB Energy AG, Creative Commons

Abgrenzen lässt sich das Internet dann praktisch nicht mehr, es wird allgegenwärtig – und Linux spielt schon heute in den Embedded-Geräten eine wichtige Rolle. Heutige Top-Trends wie etwa Multitouch-Oberflächen bilden dabei nur den Anfang (Abbildung 3, [2]).

Abbildung 3: Mit Mini-Beamer, Wearable Computer und Motion Detection erfindet das Sixth-Sense-Projekt des MIT neue Präsentations- und Eingabeformen.

© © Pranav Mistry, MIT Media Lab

Die Dekade der Smartness

Das wirklich Besondere ist aber, dass dadurch quasi ein elektronisches Nervensystem der Dinge in unserer Umwelt entsteht. Und die Evolution von mehrzelligen Systemen in der Natur zeigt, was auf uns zukommt: Je komplexer ein solches Nervensystem wird, desto intelligenter und smarter wird es auch.

Der Beginn der zweiten Dekade des jungen 21. Jahrhunderts läutet eine weitere Revolution ein: Den Megatrends Digitalisierung und Vernetzung folgt nun die Dekade der Smartness. Erstmals darf der Benutzer von Technik erwarten, dass sie mitdenkt. Künstliche Intelligenz ist noch immer Zukunftsvision, aber die Annäherung wird immer mehr ein natürlicher Teil unseres Alltags. Alles wird smart, clever, mitdenkend: Smartphones, Smartgrids, Smarthomes, Smartcitys, intelligente Fahrzeuge [3], neuartige Verkehrsmittel [4] und vieles mehr.

Auch wenn sich das kompliziert anhört, es macht unser Leben auf diesem Planeten einfacher, sicherer, umweltverträglicher und lebenswerter! Denn es überwindet ein lästiges Übel herkömmlicher Technologie: die Dummheit (Abbildung 4).

Abbildung 4: IBMs Linux-Cluster

Abbildung 4: IBMs Linux-Cluster "Watson" gewann bei der Quiz-Show "Jeopardy" gegen die beiden bislang erfolgreichsten menschlichen Teilnehmer.

© IBM

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