Open Source im professionellen Einsatz

Mind42

Der zweite Testkandidat ist das Produkt einer Wiener Softwareschmiede, der Irian Solutions Softwareentwicklungs- und Beratungsgesellschaft mbH. Mind42 [3] ist genau wie Mindmeister seit 2007 im Netz aktiv. Im Hintergrund arbeitet ein Java-Server, für die Oberfläche setzen die Macher auf Javascript, Ajax und Dojo. Die "42" im Namen ist laut Aussage des Herstellers keineswegs die Antwort auf die Frage aller Fragen, sondern steht für "for two" und soll die Kollaborationsfähigkeit des Tools unterstreichen.

Mind42 ist kostenlos und werbefrei. Der Cloud-Mindmapper ist ein Nebenschauplatz der Entwicklerfirma, die vor allem Beratungsleistungen und Schulungen anbietet. Pläne, Mind42 in einen kostenpflichtigen Dienst umzuwandeln, haben bislang noch keine konkrete Form angenommen. Mit Veränderungen wie Werbe-Einblendungen oder Ähnlichem müssen Anwender früher oder später aber rechnen. Bis dahin ist Mind42 einer der wenigen Online-Mindmapper, der seinen Nutzern keine Beschränkungen auferlegt – weder die Anzahl der Maps pro Account noch die Menge der Mitarbeiter pro Map ist begrenzt.

Optisch unterscheidet sich Mind42 kaum vom ersten Testkandidaten, auch wenn die Kontextmenüs zur Konfiguration der Nodes anders aussehen. Umsteiger von Mindmeister dürften jedoch einige Tools vermissen, und vor allem die Anordnung der Nodes um den zentralen Knoten herum ist bei Weitem nicht so flexibel. Zusätzlich fehlt die Möglichkeit, Beziehungen von einem Ast zu einem anderen zu setzen, wie Mindmeister es mit seinem »Verbinden« -Tool erlaubt.

Allgemeinwissen

Auch Mind42 bietet keinerlei Wikimap-Fähigkeiten und keine Einladungslinks. Jeden weiteren Mitarbeiter müssen Mindmap-Besitzer aufwändig per Mail zum Brainstorming bitten, was bei einem größeren Team schnell zur Copy&Paste-Fleißaufgabe gerät. Dafür punktet Mind42 mit der Möglichkeit, Mindmaps zu veröffentlichen und in andere Webseiten einzubinden. Entscheidet sich der Nutzer für eine öffentliche Map, erscheint sie auf der Mind42-Webseite. Zusätzlich verrät der Anbieter HTML-Quellcode, über den Anwender direkt verlinken.

Mind42 importiert Maps aus Freemind und Mindmanager und speichert selbst im Format ».m42« . Beim Export zeigt sich das Tool ähnlich flexibel wie Mindmeister und speichert neben dem eigenen auch im Freemind- und Mindmanager-Format. Zusätzlich erstellt das Tool RTF-, PDF-, PNG- und JPG-Dateien.

Auch der Wiener Mindmapper hat eine Art Versionskontrolle mit an Bord. Auf Wunsch benachrichtigt das Tool per Mail, wenn ein Mitarbeiter eine Mindmap verändert hat. Zusätzlich speichert Mind42 in der Voreinstellung alle 5 Minuten die Brainstorming-Ergüsse. Wer ganz auf Nummer sicher gehen und dem Verlust interessanter Gedankengänge nach einem Browsercrash vorbeugen möchte, der setzt das Intervall in den Mindmap-Einstellungen je nach Bedarf herab (siehe Abbildung 2). Als kleinste Einheit ist eine Minute möglich.

Abbildung 2: Mind42 bietet über den Einrichtungsdialog der jeweiligen Map ein Benachrichtigungsfeature an. Außerdem stellen Anwender hier das Intervall für die automatische Speicherung ein.

Da die Firma hinter Mind42 mit der Plattform keine kommerziellen Interessen zu verfolgen scheint und daher Kundenbindung wohl nicht zu den Hauptzielen gehört, sucht man Apps für mobile Geräte oder ein offenes API vergeblich. Der Hersteller konzentriert sich vielmehr auf die beiden wesentlichen Punkte: Mindmaps und Kollaboration – nicht mehr, nicht weniger. Das unschlagbare Argument bleibt der Preis, und für ein kostenloses und (derzeit noch) werbefreies Tool schlägt sich Mind42 gegenüber den Mitbewerbern wirklich passabel.

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