Open Source im professionellen Einsatz

Den Webserver testen

Sie nähern sich dem Ende der Einrichtungsarbeiten: Konfigurieren Sie nun den vorher angelegten DNS-Namen »ipv6.Domainname.de« als »VirtualHost« . Der »DocumentRoot« sollte auf ein Verzeichnis zeigen, in dem bereits ein Contentmanagement-System oder statische Webinhalte installiert sind. Auf diese Weise testen Sie Ihre Webapplikation en passant auf deren IPv6-Fähgkeit.

Um die IPv6-Funktion des Webservers zu prüfen, rufen Sie einfach im Browser des Clients »http://ipv6.Domainname.de« auf. Jetzt sollten Sie den Webinhalt sehen, den Sie im »DocumentRoot« hinterlegt haben. Da im DNS für »ipv6.Domainname.de« nur die IPv6-Adresse vorliegt, kann die TCP/IP-Verbindung wirklich nur eine mit IPv6 sein.

Wer mit Heartbeat oder auf andere Weise ein Failover-Setup betreibt, sollte auf einen IPv6-spezifischen Umstand achten: Erfahrungen zeigen, dass im Linux-System eine ganz kurze Zeit vergeht, bis sich ein Apache-Server auf eine zuvor konfigurierte IPv6-Adresse binden kann. Gegebenenfalls bauen Sie in den Heartbeat-Skripten ein kurzes Delay ein. Bereits wenige Sekunden reichen als Verzögerung aus, damit der Apache sich problemlos auf die IPv6-Adresse binden kann.

Der ab sofort korrekt laufenden Dualstack-Apache wird Ihnen wahrscheinlich wenig Probleme bereiten. Webstatistiken, wie beispielsweise Webalizer sie zusammenträgt (Abbildung 4), stören sich in der Regel nicht an IPv6-Adressen.

Abbildung 4: Apache-Logfile-Tools wie Webalizer haben in der Regel keine Probleme mit dem Interpretieren von IPv6-Verbindungen und arbeiten im Dualstack-Betrieb klaglos weiter.

Abbildung 4: Apache-Logfile-Tools wie Webalizer haben in der Regel keine Probleme mit dem Interpretieren von IPv6-Verbindungen und arbeiten im Dualstack-Betrieb klaglos weiter.

Der Mailserver im Dualstack-Betrieb

Vermutlich wollen Sie auch Ihren Mailserver bereit machen fürs neue Internet. Hier warten die üblichen Probleme in der Darstellung der IPv6-Adressen in den Konfigurationsdateien auf Sie. Der hier als Beispiel dienende Exim trennt IP-Adressen in seiner Konfiguration mit einem Doppelpunkt. Darum müssen Sie ein anderes Trennungszeichen definieren – und zwar hinter der Option mit einer spitzen Klammer. Es folgt das neue Trennungszeichen. Beispiel:

hostlist relay_from_hosts = <; 85.214.7.0/24; 2a01:238:10b::/56

Sofern Sie mehrere IPv6-Adressen gleichzeitig auf einem System konfigurieren, sollten Sie bestimmen, welcher Dienst welche IPv6-Adresse verwendet. Bei Exim dürfen Sie im entsprechenden SMTP-Transport definieren, mit welcher konfigurierten IPv6-Adresse der Mailserver ausgehende Verbindungen aufbaut. Auch hier hantieren Sie wegen der IPv6-Adressen mit einem anderen Trennzeichen:

driver = smtp
interface = <; 85.214.7.192;2a01:238:10b:3310::11

Ohne das Trennzeichen wählt der Kernel die IPv6-Adresse für ausgehende Verbindungen, meist die zuletzt konfigurierte IP. Eine feste Konfiguration ist darum vorzuziehen, sobald Sie einzelnen Diensten extra IP-Adressen zuweisen oder die Kommunikation nach außen mit einer festgelegten IP-Adresse erfolgen soll.

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