Ikog
Wer beim "I" im Programmnamen an eine knackige Oberfläche im Apfel-Design denkt, erlebt eine Enttäuschung. Die Stärken des Kommandozeilentools liegen laut Aussage der Entwickler weniger beim Interface als vielmehr bei Geschwindigkeit und Portabilität. Auf der Webseite steht im Downloadbereich eine Gzip-komprimierte Python-Datei bereit, die der Anwender nach dem Herunterladen und Auspacken ausführbar macht und mit »python ikog.py«
aufruft. Das Tool steht unter der GPLv2 und benötigt Python in Version 2.4 oder neuer. Die getestete Version 1.90 stammt bereits von Ende 2008, punktet aber mit einer umfangreichen Onlinehilfe im Netz.
Das rein englischsprachige Programm eignet sich besonders für die Nutzung auf USB-Sticks. In der Voreinstellung speichert es alle Termine direkt in der Programmdatei selbst ab; daher sollten Anwender diese tunlichst nicht weitergeben. Ikog besitzt eine Import-Export-Funktion, um die eigenen Daten in eine Textdatei auszulagern und diese auch wieder einzulesen. Diese Vorgehensweise empfehlen die Entwickler auch beim Upgrade auf eine neue Programmversion. Zusätzlich ist der Export ins HTML-Format möglich.
Die Benutzung ist zunächst etwas ungewohnt, die Syntax aber relativ schnell zu erlernen. Ein Pluszeichen gefolgt von der Aufgabe legt einen Eintrag an, etwa »+ Ingo anrufen«
. Auch Prioritäten, Projekte, Fälligkeitsdaten, Notizen und so genannte Kontexte (Kategorien) unterstützt Ikog. So legt der folgende Befehl etwa die Aufgabe »Server installieren«
im Projekt »Rechenzentrum«
mit dem Kontext »vorOrt«
an:
++ Server installieren #10 :pRechenzentrum@vorOrt :d2011-07-05
Das Fälligkeitsdatum ist der 5. Juli 2011, die Aufgabe hat die Priorität 10 und landet über das doppelte Pluszeichen am Anfang ganz oben auf der To-do-Liste. Ikog sortiert und filtert Einträge, zum Beispiel nach Daten, Projekten oder Kontext, wobei der Nutzer die Abfragekriterien auch kombinieren kann. Die Syntax des Python-Tools zeigt sich äußerst flexibel und erlaubt eigene Datumsformate wie etwa »heute in fünf Tagen«
. Erledigte Aufgaben wandern der Übersichtlichkeit halber per Tastendruck ins Archiv.
Für mehr Sicherheit sorgen zwei Verschlüsselungsverfahren. Verwendet der Nutzer die Angabe »<private«
(Abkürzung »p«
) in der Aufgabe, verschlüsselt das Tool mit dem Xtea-Algorithmus. Der etwas sicherere Weg über AES-Rijndael-Verschlüsselung (»secret«
, »s«
) erfordert das entsprechende Modul [5]. Es reicht, dieses im selben Verzeichnis wie die Datei »ikog.py«
abzulegen. Verschlüsselte Einträge markiert Ikog in der Übersicht entsprechend (siehe Abbildung 3).
Yokadi
Der zweite Vertreter bei den Taskmanagern für die Shell steht unter der GPLv3 und ist ebenfalls in Python implementiert. Pakete für zahlreiche Linux-Distributionen, eine Entwicklungsversion im Github-Repository, eine Windows- und eine BSD-Version sind im Downloadbereich erhältlich. Yokadi benötigt Python in Version 2.4 oder neuer und das SQLite-Modul (erhältlich in Python 2.5). Die getestete Version 0.13.0 stammt von April 2011 und ist genau wie die Dokumentation nur auf Englisch erhältlich.
Nach dem ersten Start des Taskmanagers erstellt dieser eine SQLite-Datenbank in den Homeverzeichnissen der Nutzer. Die versteckte Datei heißt »~/.yokadi.db«
. Hilfe beim Erlernen der Befehle erhält der Anwender unter anderem durch Tab-Completion, die eindeutige Kommandos vervollständigt. Zur Planung setzt das Programm für jede Aufgabe ein so genanntes Projekt voraus und ordnet sie diesem zu. Tasks spricht Yokadi über eindeutige IDs an, die das Kommando »t_list«
verrät (Abbildung 4).
Die Aufgaben versieht der Anwender mit Titeln, Beschreibungen, Fälligkeitsdaten, Prioritäten und Schlüsselwörtern. Yokadi unterstützt wiederkehrende Ereignisse und selbst definierte Aliase und erlaubt es, nach sämtlichen Kriterien zu filtern. Auf der Projekthomepage beschreiben die Macher außerdem eine Möglichkeit, das Programm als I-Cal-Server für Kalender-Clients einzusetzen, was insbesondere für Arbeitsgruppen interessant sein dürfte [6]. Spannend für Software-Entwickler ist zudem der Bugtracker [7], der neben Aufgaben und Terminen auch Fehler verwaltet.
Trotz der Vielfalt seiner Möglichkeiten konnte Yokadi im Test nicht so ganz überzeugen. Das Hinzufügen von Beschreibungen funktionierte auf dem Testsystem gar nicht und die Bedienung ist deutlich unkomfortabler als die von Ikog. Die zu Rate gezogene Anleitung ist knapp gehalten und auch die integrierte Hilfe fasst sich mitunter sehr kurz.
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