Fein raus beim Wolkenbruch
Doch ganz abgesehen vom Datenschutz fällt ein Ausfall der Wolke immer auf den Dienstnutzer zurück, der Anbieter selbst hat nur selten größeren Schaden zu befürchten. So kann es für ein Unternehmen große Einbußen bedeuten – mit Blick auf Einnahmeausfälle als auch auf verlorene Reputation –, wenn es zu einem Ausfall der genutzten Cloudservices kommt und das Unternehmen keinen Notfallplan hat.
PR-Profis wissen: Einen einmal zerstörten Ruf wiederherzustellen, ist teurer als jede Investition in Ausfallsysteme. Wer bei einem zweiten Cloudprovider oder in seiner Private Cloud Backupsysteme vorhalten will, muss das allerdings schon beim Konzipieren der eigenen Architektur berücksichtigen (vergleiche den Artikel über Cloudprodukte und High Availability in dieser Ausgabe). Die aus den SLA-Verletzungen bei Leistungsstörung resultierenden finanziellen Kompensationen helfen bei einer langen Dienstunterbrechung nur wenig weiter, da die Anbieter meist das Vertragswerk zu ihren Gunsten gestalten.
Eine Art IT-Gewitter in der Cloud sorgte Ende April bei einer Reihe von Web-2.0-Diensten zu stark eingeschränkter Verfügbarkeit. Der gemeinsame Infrastruktur-Anbieter Amazon hatte in einem Rechenzentrum einen größeren Ausfall zu verzeichnen. Einen Überblick über die damaligen Ereignisse und die Schlussfolgerungen gibt [7].
Ein besonders drastisches Beispiel dokumentiert [8]. Dabei bleibt zu hoffen, dass es sich um einen schlechten Scherz handelt: Ein Unternehmen, das die Heimüberwachung von Herzpatienten über Cloudsysteme abwickelt, schildert, wie es 48 Stunden lang nicht auf diese Systeme zugreifen konnte, sein Dienst stillstand und der Support "toter Mann" spielte.
Österliche Überraschung
Amazons Infrastrukturausfälle und die damit verbundenen Beeinträchtigungen der Dienstqualität hielten vom Donnerstag vor Ostern bis zum Dienstag danach an und brachten vor allem zahlreiche Start-ups in den USA in Verlegenheit. Die hatten bei der Bereitstellung ihrer Dienste vor allem wegen der Skalierbarkeit auf bei Amazon Web Services bezogene Infrastrukturen gesetzt. Primär kleine und junge Unternehmen scheinen vom Ausfall betroffen gewesen zu sein. Alteingesessene Firmen wie der Pharmariese Pfizer oder auch der Online-Videoverleih Netflix hatten weniger Probleme.
Diesen Artikel als PDF kaufen
Express-Kauf als PDF
Umfang: 6 Heftseiten
Preis € 0,99
(inkl. 19% MwSt.)
Als digitales Abo
Weitere Produkte im Medialinx Shop »
Versandartikel
Onlineartikel
Alle Rezensionen aus dem Linux-Magazin
- Buecher/07 Bücher über 3-D-Programmierung sowie die Sprache Dart
- Buecher/06 Bücher über Map-Reduce und über die Sprache Erlang
- Buecher/05 Bücher über Scala und über Suchmaschinen-Optimierung
- Buecher/04 Bücher über Metasploit sowie über Erlang/OTP
- Buecher/03 Bücher über die LPI-Level-2-Zertifizierung
- Buecher/02 Bücher über Node.js und über nebenläufige Programmierung
- Buecher/01 Bücher über Linux-HA sowie über PHP-Webprogrammierung
- Buecher/12 Bücher über HTML-5-Apps sowie Computer Vision mit Python
- Buecher/11 Bücher über Statistik sowie über C++-Metaprogrammierung
- Buecher/10 Bücher zu PHP-Webbots sowie zur Emacs-Programmierung
Insecurity Bulletin
Im Insecurity Bulletin widmet sich Mark Vogelsberger aktuellen Sicherheitslücken sowie Hintergründen und Security-Grundlagen. mehr...





