Vibe Cloud
Novell springt jetzt in die Bresche und versucht dem Wave-Konzept neues Leben einzuhauchen. Im April endete die Betaphase der Vibe-Cloud-Plattform [4], auf der Novell eine Waves-ähnliche Kollaborationsplattform als Software as a Service (SaaS) anbietet.
Es existieren ein kostenloses Basisangebot und ein Abonnement für 84 Dollar pro Jahr, das Gruppen mit mehr als acht Mitgliedern erlaubt und das Speicherplatz-Limit von 250 MByte auf 5 GByte erhöht. Außerdem gibt es Support für die kostenpflichtige Version. Als Zielgruppe sieht Novell jedoch – anders als Google – nicht mehr private Internetnutzer, sondern Firmenkunden.
Novells Software übernimmt viele Features aus Wave: Es handelt sich auch hier um ein Echtzeitforum mit kollaborativ editierbaren Einträgen. Wie bei Waves existieren Widgets, die zum Beispiel Videos oder Tabellen einbinden, jedoch längst nicht so viele.
Ins Identity-Management integriert
Eine wichtige Erweiterung gegenüber Waves sind die Benutzergruppen (Abbildung 2), denen Anwender auf Einladung beitreten. Ihrem Namen entsprechend bilden sie Arbeitsgruppen im Unternehmen ab, ein wohl typisches Novell-Feature. Da wenige Mausklicks zur Einrichtung genügen, taugen sie auch für kurzfristige Treffen wie virtuellen Meetings und Konferenzen. Vibe Cloud zeichnet außerdem Messages mit Tags aus und bringt eine leistungsfähige Suchfunktion. Eine »Big List«
genannte Übersichtsseite fasst Einträge und Veränderungen aller abonnierten Gruppen zusammen.
Ohne Zweifel ist Novell Vibe ein mächtiges Werkzeug für die Kommunikation und Dokumentation in Unternehmen. Wer den Supportbereich [vibe.novell.com] durchkämmt, stößt aber noch auf etliche Ungereimtheiten. Doch diese Startschwierigkeiten werden kaum den Ausschlag für Erfolg oder Misserfolg des Wave-Recast geben. Die Frage ist, wie viel konkreten Nutzen eine Software einfährt, die mit einer Fusion aus statischen Wikis (Schriftlichkeit) und Videokonferenzen (Echtzeit-Dynamik) eine Art Quadratur des Kreises anstrebt.
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