Open Source im professionellen Einsatz

Problemfall Sicherheit

Der Sicherheitsexperte Derek Newton kritisiert, dass Dropbox nur beim ersten Login nach dem Passwort fragt [19]. Nach seiner Analyse basiert die Authentifizierung allein auf einem Hash in einer unverschlüsselten SQLite-Datei, der wie ein SSH-Schlüssel ohne Passphrase unbeschränkten Zugang zum Dropbox-Account gewährt (Abbildung 9).

Abbildung 9: Unnötig unsicher: Der Dropbox-Client authentifiziert sich nach dem Aufbau einer Geräteverknüpfung nur noch mit einem Hash aus einer von Gerät zu Gerät übertragbaren SQLite-Datenbank und fragt nie mehr nach dem Passwort.

Unter Linux bestätigte ein Test: Das Kopieren von ».dropbox/config.db« genügt, um den Zugriff von einem weiteren Rechner aus freizuschalten. Dass ein für die Nutzung auf mobilen Geräten prädestinierter Dienst dem Anwender keine Möglichkeit bietet, den Zugriff durch regelmäßige Passwortabfrage einzuschränken, ist für sicherheitsbewusste Anwender nicht akzeptabel.

Bleibt noch ein Blick in die AGBs: Nutzer der kostenlosen, auf 2 GByte beschränkten Variante müssen demnach berücksichtigen, dass sich Dropbox die Löschung der Daten nach 90 Tagen Inaktivität ohne Ankündigung vorbehält. Die Haftung bei freien Accounts ist auf 20 Dollar beschränkt. Die Firma Dropbox hat ihren Sitz in San Francisco, unterliegt also der amerikanischen Rechtspraxis.

Ubuntu One

Wie Dropbox bietet auch Ubuntu One 2 GByte freien Plattenplatz, den es ebenfalls mit Hilfe eines Hintergrund-Daemon mit lokalen Geräten synchronisiert (Abbildung 10). Leider erweist sich Ubuntus Dienst in der Praxis als sehr unzuverlässig: So schläft der Sync-Daemon oft ein, bevor die Arbeit getan ist (vergleiche [18]). Gelegentlich legen Serverupgrades Teile des Dienstes lahm.

Abbildung 10: Ubuntu One schnürt mit der Datei-, Kontakt- und Tomboy-Notes-Synchronisation ein vom Umfang her attraktives Paket. Leider hakt es in der Praxis noch immer an mehreren Stellen, obwohl der Dienst seit Ubuntu 9.10 offiziell als stabil gilt.

Punkte sammelt Ubuntu One mit der Synchronisation von Evolution-Kontakten und Firefox-Bookmarks sowie der Tomboy-Notizen. Ein attraktives Gesamtpaket, das allerdings auf Gnome-Software beschränkt bleibt. Beliebig summierbare 20-GByte-Upgrades kosten je 3 Dollar im Monat. Für Android-Geräte und iPhones gibt es für knapp 4 Dollar eine Streamingfunktion für Musikdateien, gekoppelt mit dem Ubuntu Music Store.

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