Open Source im professionellen Einsatz

Strato Hidrive

Anders als Dropbox und Ubuntu One gibt es bei Strato Hidrive [12] keinen kostenlosen Basistarif. Bereits 20 GByte schlagen mit monatlich 2 Euro zu Buche. 100 GByte kosten knapp 5 Euro, 500 GByte um die 10 Euro. Das Maximum liegt derzeit bei 5 TByte für rund 150 Euro pro Monat. Einsteiger können das Angebot 30 Tage lang kostenlos ausprobieren. Wer sich gegen die weitere Nutzung entscheidet, sollte die rechtzeitige Kündigung nicht verpassen.

Dafür bietet Strato als einziger Anbieter Netzlaufwerke, die ohne proprietäre Software über Samba/CIFS, SSH, Webdav oder Rsync erreichbar sind (Abbildung 7). Samba-Verbindungen für den Zugriff vom Windows-Rechner darf der Nutzer über Open VPN absichern. SSH-Verbindungen, etwa für per Cron angestoßene Synchronisierungen, kann er mit einer Schlüsseldatei sichern.

Abbildung 7: So sollte Onlinestorage für Linux aussehen: Per SSH gelingt der Zugriff auf Strato Hidrive mit den gängigen Dateimanagern oder der Konsole ganz ohne Installation oder Einrichtung.

Zugriffe über FTP oder ungetunnelte Samba-Verbindungen sind möglich, lassen sich aber für bessere Sicherheit im Web-basierten Kontrollzentrum deaktivieren. Einen Browser-basierten Dateimanager für den Notfall gibt es ebenfalls. Hier kann der Nutzer auch öffentliche Download-Links erzeugen, die für einige Tage öffentlichen Zugang auf einzelne Dateien gewähren. Einmal gültige Upload-Links für Dateien bis 2 TByte große Dateien sind ebenfalls möglich.

Für Datensicherheit sorgen in konfigurierbaren Zeitabständen oder manuell angestoßene Backups. Im Webfrontend kann der Anwender einzelne Dateien zurückspielen. Bereits die 20-GByte-Basisversion bietet damit sechs Wochen lang Sicherheit vor unabsichtlichem Überschreiben. Bei der 30 Euro teuren 2-TByte-Variante hält der Anbieter Backups 18 Monate vor.

Strato behält sich ausdrücklich die Kündigung bei glaubhaft geltend gemachten Rechtsverletzungen oder Zahlungsverzug vor. Die Haftung schränkt der Dienstleister auf die Gebühren zweier Jahre ein. Strato wirbt mit eigenen Rechenzentren in Deutschland und ist damit nicht wie das Gros der Onlinestorage-Dienste von Amazon abhängig.

Dropbox

Voraussetzung für die Nutzung von Dropbox [13] ist – anders als bei Hidrive – die Installation der für Linux, Mac OS X und Windows sowie Android, I-OS und Blackberry verfügbaren Software. Ubuntu ab 7.10 und Fedora ab 9 versorgt Dropbox mit Paketen, Anwender anderer Distributionen müssen die Software aus den Quellen kompilieren. Auch für Android-, iPhone- oder Blackberry-Anwender ist gesorgt. Die Nautilus-Integration ist quelloffen, nicht jedoch der eigentliche Sync-Daemon.

Der Gnome-Dateimanager Nautilus zeigt nach der Installation den Synchronisationsstatus für Dateien und Folder an (Abbildung 8). Zumindest Gnome-Anwender werden an der Dropbox-Software wenig auszusetzen haben. Der Dienst lief im Test zuverlässig und fordert vom Nutzer keine Aufmerksamkeit. Mehr Details zu Bedienung und Features von Dropbox enthält [18]. Für Rechner ohne installierte Dropbox-Software gibt es einen komfortablen Ajax-Client, der auch die Freigabe der Dateien regelt.

Abbildung 8: Für Gnome-Anwender optimal: Die Dropbox-Software gleicht den Dropbox-Folder im Homeverzeichnis automatisch mit dem Server ab und zeigt in Nautilus den Synchronisationsstatus für Dateien und Ordner an.

Dropbox bietet einen kostenlosen Basisaccount mit 2 GByte Speicherplatz an. Upgrades auf 50 GByte kosten knapp 10 Euro pro Monat, 100 GByte 20 Euro. Wie jeder Synchronisationsdienst spart Dropbox in keinem Fall Festplattenplatz ein, da die Daten immer auch auf der lokalen Festplatte liegen.

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