Kosten der Vcloud
Weil unter dem Vcloud Service Director eine komplette Vsphere steckt, sind Lizenzen für das ganze Backend erforderlich. Der ESXi kostet pro CPU-Socket ab etwa 1300 Euro in der kleinen Standard-Variante mit weniger Features und über 4000 Euro für die Enterprise-Plus-Version mit allen Features, etwa lastabhängiger Migration und Distributed Vswitches für Host-übergreifende Netzwerkadministration. Dazu kommt mindestens eine Instanz des Vcenter-Servers zur Verwaltung in der Foundation-Version ab etwa 2000 Euro oder in der Standard-Version ab (zirka 6000 Euro).
Der bringt dann aber schon Features wie den Link Mode zum Betreiben mehrerer geclusterter Vcenter-Server oder ein Webfrontend für den Zugriff per Browser mit. Dazu addieren sich knapp 4000 Euro für jedes 25er-Pack VM-Lizenzen für die Verwaltung per Vcloud SD [7].
Da in elastischen Cloudumgebungen Firmen in der Regel recht dynamisch neue Maschinen instanzieren und wieder zerstören, zieht VMware für die Lizenzierung des Vcloud Service Director die Durchschnittszahlen der VMs über ein Jahr heran. Zusätzlich zu den Kosten für die Infrastruktur fallen allerdings noch die Lizenzen für Clients sowie für eventuelle Zusatzprodukte des Vcloud SD an.
Eucalyptus
Eucalyptus
+ Open-Source-Variante
+ Xen- und KVM-Unterstützung
+ Umfangreiche Eucatools
+ Public, Hybrid und Private Cloud möglich
- Vendor-Lock-in
- Anschaffungskosten (Enterprise-Version )
- I-SCSI, SAN, NAS nur in Enterprise-Version
- Keine Autoskalierung
Die Cloudverwaltungs-Software Eucalyptus unterliegt einem Open-Core-Lizenzmodell. Neben einer Open-Source-Version [8] gibt es Eucalyptus auch als Enterprise-Variante [9], die die Möglichkeiten der Open-Source-Version ergänzt. Doch schon wer Unterstützung für I-SCSI, SAN und NAS braucht, kommt nicht an der kommerziellen Version vorbei. Die Investition hält sich jedoch in Grenzen, schon mit wenigen Tausend Euro (zirka 200 pro Core) lässt sich eine kleine Infrastruktur aufbauen.
Ursprünglich als Forschungsprojekt an der University of California Santa Barbara entwickelt [10], implementiert die Software eine IaaS-Lösung zunächst als private Cloud, deren API aber Amazon-kompatibel ist. Die erste offizielle Release vom Mai 2008 besaß sogar nur ein EC2-Interface, kurz danach kam Support für S3, wenig später die Ubuntu-Integration als Ubuntu Enterprise Cloud (Abbildung 3). Letztere macht Eucalyptus besonders fürs eigene Rechenzentrum interessant, Admins können Images für virtuelle Maschinen erstellen und diese dann in der eigenen Cloud nutzen.
Maßgeschneiderte Abbilder gibt's auf der Projektseite, als Hypervisor kommt Xen oder KVM zum Einsatz, via Libvirt angesprochen. Die Benutzerauthentifizierung funktioniert auch hier mit einem Public-Key-Verfahren, vorausgesetzt die vom Projekt bereitgestellten Eucatools sind installiert. Diese orientieren sich stark an Amazons EC2-API-Tools. Auch bei Eucalyptus kann der Admin Security Groups erstellen, ganze Netzwerke beim Starten einer virtuellen Maschine zuweisen und Ports für den Zugriff von außen freischalten.
Wie das große Vorbild speichert auch Eucalyptus die Daten einer virtuellen Maschine nicht persistent. Dafür bedarf es eines Storagevolume, wozu wiederum ein Amazons EBS ähnelndes Verfahren zum Einsatz kommt. Immerhin erlaubt Eucalyptus Volume-Snapshots, was Backups deutlich vereinfacht. Auf den FAQ-Seiten des Projekts findet sich auch eine Beschreibung [11], wie Admins Eucalyptus die Autoskalierung mit Linux-Werkzeugen wie Sar und den Eucatools beibringen, derzeit ist dazu aber noch eigene Programmierarbeit notwendig.
Kostenpflichtiges Management der Eucalyptus-Cloud gibt es von Rightscale [12]. Eucalyptus besitzt von Haus aus ein Clusterkonzept, um die Ressourcen zu verteilen. Ähnlich wie bei Amazon lassen sich die Ressourcen auch über mehrere Verfügbarkeitszonen verteilen, damit der Ausfall einer Location keinen Schaden anrichtet.
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