Open Source im professionellen Einsatz

Vcloud

Mit dem Produkt Vcloud Service Director (Vcloud SD) hat VMware 2010 eine Erweiterung vorgestellt, die es einem Verbund aus ESXi-Servern und Vcenter erlaubt, Ressourcen im Pool anzubieten. Per Webfrontend erzeugt der Admin neue Maschinen nach Vorlagen, bildet Pools und pflegt Ressourcen wie IP-Pools oder Storage-Medien ein und partitioniert diese. Für die Pools kann der Admin verschiedene Zugriffsprioritäten festlegen, eine Testumgebung erhält so beispielsweise eine niedrigere I/O-Priorisierung als die Live-Umgebung, obwohl beide auf demselben NFS-Share liegen. Dabei arbeitet der Cloud Director (Abbildung 2) eine Ebene über dem Vcenter.

Abbildung 2: In VMwares Cloud Director steuert der Admin seine private Vsphere-Cloud.

Abbildung 2: In VMwares Cloud Director steuert der Admin seine private Vsphere-Cloud.

Erweiterte Funktionen, die die Vsphere-Produkte von VMware beherrschen, muss der Admin aber weiterhin im Vcenter administrieren, so zum Beispiel das HA-Feature, das VMs eines ausgefallenen ESXi automatisch auf einem anderen hochfährt und so Ausfallzeiten minimiert. Die Verschachtelungen, die der Vcloud Director anlegt, darf der Admin dabei nicht modifizieren, sonst funktioniert das Namen-basierte Mapping von Vsphere zu Vcloud nicht mehr und muss manuell gepflegt werden.

Erweiterungen und HA

Für Vsphere und für den Vcloud Director sind einige Erweiterungen von VMware selbst sowie von Partnern verfügbar. So lässt sich das Vsphere-Netzwerk mit virtuellen Cisco-Nexus-Switches in die von Netzwerkadmins geschätzten Cisco-Workflows einbinden. Alternativ geben sie im Vcloud Request Manager Abläufe und Regeln vor und prüfen Maschinenanfragen im Webfrontend.

Hochverfügbarkeit virtueller Maschinen lässt sich in VMware durch einen HA-Verbund mehrerer ESXi-Hypervisoren realisieren. Die ESXi-Maschinen überwachen sich dann gegenseitig. Fällt eine aus, fahren die gestoppten VMs auf den restlichen ESXi-Maschinen automatisch wieder hoch.

Zudem gibt es die Fault-Tolerance-Funktion, bei der eine VM auf zwei ESXis gleichzeitig läuft und den Arbeitsspeicher fortlaufend zwischen beiden Hypervisoren synchronisiert. Fällt der ESXi mit der aktiven VM aus, übernimmt der andere sofort die virtuellen Netzwerkinterfaces und der Server ist ohne Datenverlust weiter im Netzwerk verfügbar. Beide Funktionen zählen aber nicht zum Umfang der im Vcloud Service Director administrierbaren Funktionen, der Admin muss sie direkt in Vcenter konfigurieren.

Alles in allem ist VMware mit Vcloud SD ein Werkzeug gelungen, das es Firmen erlaubt, eine komplette interne IaaS-Cloud aufzubauen und sehr einfach via Selbstbedienung per Webfrontend den Nutzern bereitzustellen. Historisch basiert das Ganze auf der bekannten Vsphere-Infrastruktur [6] und ist somit der einfachste Weg für Kunden, die bereits VMware einsetzen und nun ihre Infrastruktur stärker automatisieren und teilweise oder vollständig in eine IaaS-Wolke überführen möchten.

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