Open Source im professionellen Einsatz

Unrentabel: Mono

Eine Ausnahme – was Suse angeht – sind die Entlassungen rund um Mono, räumt Brauckmann ein. Hier habe man schlicht und einfach Aufwand und Ertrag verglichen und dann die Entscheidung getroffen, Mono nicht weiterzuverfolgen. "Es hat sich nicht in dem Maße rentiert, wie man sich das von dem Konzept erhofft hatte", so Brauckmann. Der Mono-Support bleibe aber ein Produkt der Suse Business Unit, auch hier wolle man den Kunden Kontinuität signalisieren.

Kommentar: Net IQ, Novell und Suse – wie geht es weiter?

Lange Jahre war Novell der Übernahmekandidat Nummer eins – und nichts ist passiert. Nun hat Attachmate den Softwareriesen aus Massachusetts übernommen und aufgeteilt. Da stellt sich für viele Kunden die Frage, wie es denn nun weitergeht. Während für Suse wohl alles so bleibt, wie es war, sieht es bei den klassischen Produktbereichen von Novell anders aus. Die neue Aufteilung der Produkte macht klar, dass der Hersteller zumindest bisher die bestehenden Synergiepotenziale zwischen dem Service-, System-, Identity- und Sicherheitsmanagement nicht zufriedenstellend zu nutzen wusste.

Für Net IQ dagegen sind die Identity-Management- und Security-Funktionen sicher eine Stärkung. Richtig gemacht, könnte Attachmate Net IQ zu einem potenten Anbieter im Markt formen, der weit über den Markt der Administrationswerkzeuge hinaus wächst. Ob Novell allerdings den zu beobachtenden personellen Aderlass verkraftet, erscheint offen. Panik ist für Novell-Kunden zwar nicht angebracht, durchaus aber das kritische Beobachten, ob Net IQ wieder mehr aus dem macht, was Novell zu bieten hat.

Die Devise kann nur lauten: Abwarten, sich Gedanken über Alternativen machen und dann in ein paar Monaten über die weitere Roadmap entscheiden, wenn wirklich absehbar ist, ob Net IQ und Novell das zweifelsohne bestehende Potenzial nutzen oder nicht. Klar ist aber: Net IQ muss jetzt aktiv und sehr engagiert handeln, um die Novell-Kunden bei der Stange zu halten, denn die Verunsicherung ist groß.

Grundsätzlich wäre es in jedem Fall besser, wenn Attachmate eine Gesamtstrategie für alle Unternehmensbereiche umsetzt und die Chancen der Integration nutzt. Derzeit sieht es so aus, als ob das Ergebnis viele Tools sind. Die aber machen noch keine Lösung. Schon Novell hat die möglichen Synergien nicht genutzt, und Attachmate erscheint derzeit davon weiter entfernt, als Novell je war. (Martin Kuppinger)

Infos

  1. Markus Feilner, "Patente im Körbchen": Linux-Magazin 05/11, S. 26
  2. Open Suse Conference 2011: http://www.linux-magazin.de/NEWS/Opensuse-Con-ference-2011-Read-Write-Execute

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