Paris, Februar 2010. Das französische Startup Jaeksoft nimmt seine Arbeit auf. Ein Jahr später veröffentlicht der Hersteller bereits Version 1.2 seiner Such- und Indizierungssuite Open Search Server [1]. Das jugendliche Stadium zeigt sich zwar noch an einigen ärgerlichen Ecken und Kanten, doch der üppige Funktionsumfang überrascht. Da zeigt sich dann, dass Entwickler bereits seit 2007 an dem Projekt arbeiten – bis 2010 allerdings hinter verschlossenen Türen.
Freies Indizieren
Der Open Search Server (OSS) scannt Webseiten, lokale Dateisysteme und Datenbanken. Sein Indexer versteht eine lange Liste von Dateiformaten, ein API ermöglicht den unkomplizierten und schnellen Zugriff auf die Ergebnisse sowie auf die meisten der zahlreichen Funktionen (Abbildung 1). Im Hintergrund werkelt Java in einem Tomcat-Server [2]. Dazu kommt die Lucene-Search-Engine [3], deren Query-Parser-Syntax und Score-Funktionen Admins und Entwickler nicht nur im Management-Interface nutzen können (siehe Kasten "Lucene"). Als Scheduler setzt OSS auf Quartz [4]. Das flotte und flexible GUI (Abbildung 2) ist mit Zkoss [5] implementiert und funktioniert mit allen Ajax-fähigen Browsern.
Enterprise-Support
Über die freie Variante hinaus, die ihrer modularen Natur gemäß auf einem ganzen Bündel von Lizenzen (darunter auch AGPL und GPLv3) aufbaut, bietet Hersteller Jaeksoft auch eine Enterprise-Version mit optionalem Support, SLAs und erweiterten Funktionen in Form von Zusatzmodulen an.
Ab 3600 Euro pro Jahr erhalten Kunden Basissupport (Silver), das "Enterprise Pack Platinum" kostet mehr als 6000 Euro, bietet aber neben kürzeren Reaktionszeiten auch Remote-Wartung, Monitoring und Weiterbildung in Form von vierteljährlichen Webinaren. Und natürlich hat der Hersteller auch Entwicklung, Implementierung und Optimierung von Zusatzmodulen im Angebot.
Voraussetzung sind ein funktionierender Webserver mit PHP5, »php5-curl«
und einem Java Runtime Environment. Die Community-Edition ist schnell installiert: Von der Webseite lädt sich der Admin ein Tar.gz-File herunter (dieser Artikel testet die Version »open-search-server-1.2.1-r987.tar.gz«
vom 30.3.2011), entpackt es auf einem Webserver und ruft an der Shell das Skript »start.sh«
auf. Auf Windows erledigt dies »start.bat«
.
Ein Init-Skript fehlt dem Paket, wer den Server permanent laufen lassen möchte, muss dafür noch selbst Hand anlegen. Leider gibt's nur wenig mehr Details zur Installation im noch recht spärlichen Wiki von OSS [6].
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