Open Source im professionellen Einsatz

Mehrere Upstream-Tarballs

Eine weitere Neuerung im Sourceformat 3.0 erlaubt es, mehrere Tarballs für Originalsourcen zu verwenden. Bisher gab es lediglich das eine schon erwähnte ».orig.tar.gz« -File, künftig können die Paketbauer noch zusätzliche verwenden. Die neue Funktion ist besonders in jenen Fällen praktisch, wenn der Programmierer des zu paketierenden Werkzeugs ein Hauptprogramm und viele Zusatzmodule herausgibt.

In dem neuen Format Deb-Src 3.0 lassen sich all diese Komponenten in einem Paket verteilen, ohne die Upstream-Tarballs erneuern zu müssen. Dazu benennt der Paketbauer ein TGZ-Archiv nach dem folgenden Schema: »paketname_version.orig-Komponente.tar.gz« . Der unter »Komponente« angegebene Wert ist wichtig, denn er bestimmt, in welchem Ordner dieser Tarball später im entpackten Quelltext landet.

Steht hier der Wert »test« , müssen sich die Dateien dieses Tarball im Quelltext später auch in dem Ordner »test« befinden. Beim ersten Bauen wird also zunächst händisch der Ordner »test« angelegt und dann mittels »tar -C test -xvzf ../(Paketname_Version).orig-test.tar.gz« der Inhalt des TGZ-Archivs in diesen Ordner hinein entpackt.

Beim nächsten Anlauf zu einem Paketbau mit »dpkg-buildpackage« erkennt das Programm die Zusatzquellen und integriert dann den zweiten Tarball in die ».dsc« -Datei. Weitere Informationen zu diesem Vorgehen liefert eine ausführliche Anleitung von Raphael Hertzog, der als Mastermind hinter dem 3.0-Sourceformat 3.0 [1] steht.

Neue Kompressionsformate

Quelltext-Tarballs konnten bisher ausschließlich das Gzip-Format verwenden, sollte »dpkg-source« damit umgehen können. Das ist im neuen Format für Sourcepakete anders: In 3.0 ist auch Bzip2 unterstützt. Als Dreingabe steht sogar LZMA zur Verfügung, ist aber mit Vorsicht zu genießen: Besteht der Plan, das Paket irgendwann in das offizielle Debian-Archiv hochzuladen, dann ist LZMA keine Option, zumindest fehlt im Augenblick dafür der Support auf Debians Haupt-FTP-Server.

Sowohl Bzip2- als auch LZMA-Tarballs sind genauso zu verwenden wie bisher Gzip-Tarballs, es ist aber – auch wenn es trivial klingt – darauf zu achten, dass die Dateien nicht auf ».orig.tar.gz« enden, sondern auf ».orig.tar.bz2« oder auf ».orig.tar.lzma« .

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