Open Source im professionellen Einsatz

Namhafte Gründe

Auch dem Projekt Hudson dauerte das Ausharren an Oracles langem Arm zu lange. Im Januar bequemte sich das Management zu einer Aussage und sah darin, wie bei Open Office, die vom Projekt angefragten Namensrechte an Hudson unantastbar auf seiner Seite.

Ein Kommunikationsproblem zwischen Hudson-Projektgründer Kohsuke Kawaguchi und Oracle und ein deshalb ohne Vorwarnung vollzogener Umzug des Projekts auf eine neue Java.net-Instanz waren vorausgegangen. Es folgten ein diesmal vom Projekt initiierter Umzug nach Github und die Umbenennung des Projekts in Jenkins. Die Community hat dem Namenswechsel zugestimmt, seit Ende Januar ist Jenkins [4] unabhängig. Einen Sitz im neuen Governance Board von Jenkins hat Oracle dankend abgelehnt.

Spätzünder

MySQL-Entwickler haderten in gleichem Maße. Die Urväter Michael Monty Widenius und Marten Mickos schieden sofort nach der Übernahme von Sun durch Oracle aus, weitere MySQL-Schwergewichte taten es ihnen gleich. Mit Maria DB entstand ein Open-Source-Projekt und ein MySQL-Fork.

Die Firma SkySQL hat sich ebenfalls aus dem Pool von Ex-MySQL-Mitarbeitern aus dem Sun-Fundus gegründet, Kaj Arnö ist einer der ausgeschiedenen Manager, die bei SkySQL nun Support für Maria DB und MySQL anbieten. MySQL-Entwickler und -Unterstützer verabschiedeten sich weiterhin in Scharen. Auch Drizzle zählt zu den von Sun noch gepflegten MySQL-Ablegern, dessen Hauptentwickler Oracle verlassen haben.

Oracle selbst zeigt inzwischen ebenfalls Ambitionen und hat mit der MySQL Enterprise Edition on Windows ein frisches Paket geschnürt, das direkt Microsofts SQL Server angreift und dabei ein Einsparpotenzial von 90 Prozent bei den Total Cost of Ownership verspricht. Die MySQL Enterprise Edition 5.5 wurde ebenfalls überarbeitet und mit neuen Support-Optionen angereichert.

Oracle sieht das seinerseits als Bekenntnis zu der "populärsten Open-Source-Datenbank". Nun steht die Integration von MySQL in den Oracle-Software-Stack an. Die freie Datenbank soll über den Oracle Enterprise Manager steuerbar sein und durch Oracles Secure Backup.

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