
Abbildung 1: Doppelerfolg: Alexander Reichle-Schmehl (von links) nimmt die erste Trophäe für Debian entgegen, seine Ehefrau Meike Reichle bekommt den zweiten Award von Peter Ganten überreicht. Karl-Heinz Strassemeyer übergibt den Preis für KVM an Markus Armbruster und Kevin Wolf von Red Hat
Im Open Source Forum der Cebit haben sieben Laudatoren die Linux New Media Awards 2011 in sieben Kategorien verliehen. Das Debian-Projekt nahm gleich zwei Trophäen mit nach Hause.

Abbildung 1: Doppelerfolg: Alexander Reichle-Schmehl (von links) nimmt die erste Trophäe für Debian entgegen, seine Ehefrau Meike Reichle bekommt den zweiten Award von Peter Ganten überreicht. Karl-Heinz Strassemeyer übergibt den Preis für KVM an Markus Armbruster und Kevin Wolf von Red Hat
Sichtlich gerührt nahm das deutsche Debian-Projektmitglied Alexander Reichle-Schmehl zum Abschluss der Feierlichkeiten den Preis für “Outstanding Contribution to Open Source / Linux / Free Software” entgegen. Laudator Karsten Gerloff von der Free Software Foundation Europe hatte Debian zuvor für das eindeutige Bekenntnis zu freier Software gelobt. Die Distribution installiert in der Version Squeeze standardmäßig einen Linux-Kernel ohne proprietäre Firmware.
Zuvor erhielt das Community-Linux die Auszeichnung für die beste Server-Distribution. Die Laudatio hielt Peter Ganten vom Softwarehaus Univention, dessen Server-Produkt Debian als Basis nutzt. “Debian hat einige Arbeitsweisen in der Open-Source-Community als Pionier etabliert”, hob Ganten hervor.
Erstmals ließ die veranstaltende Linux New Media AG nicht nur die mehr als 200 internationalen Fachjuroren aus der Open-Source-Branche abstimmen: Per Webformular wählten dieses Jahr die Leser von Zeitschriften wie Linux-Magazin, Linux Pro Magazine, Ubuntu User, Linux User und Easylinux ihre liebste Distribution: Mit Ubuntu und seinen Derivaten sprachen sie sich dabei für ein Betriebssystem aus, das ebenfalls auf Debian beruht. Henning Eggers vom Hersteller Canonical betonte, Ubuntu stehe “auf den Schultern von Giganten wie Linux, Debian, Gnome und vielen weiteren”.
Heiße Ware
Tablets mit Linux waren schon im Vorfeld der Cebit 2011 ein heißes Thema, und so verwundert es nicht, dass die Juroren mit dem Samsung Galaxy Tablet ein Gerät aus dieser Klasse mit dem Titel “Hottest Linux Device” schmückten. Den Preis nahmen zwei Promotion-Damen stellvertretend für die erkrankte Repräsentantin des Herstellers entgegen.
Die beste Applikation für Mobilgeräte ist der Linux New Media ebenfalls einen Award wert: Der deutsche Mozilla-Entwickler Carsten Book bekam den Preis für Firefox for Mobile (Codename Fennec) überreicht. In seiner Laudatio bemerkte Linux-Magazin-Chef Jan Kleinert, mit Android sei Linux von Anfang an bei den Smartphones dabei und Open-Source-Software sei eine Zierde für jeden.
Alte Hasen
Der fast schon legendäre Mainframe-Linuxer Karl-Heinz Strassemeyer von IBM übergab den Award in der Kategorie “Best Open Source Solution for Cloud Computing and Virtualization”. Der Preis ging an KVM, die virtuelle Maschine des Linux-Kernels. Stellvertretend für Kernelentwickler wie Avi Kivity und Marcelo Tosatti empfingen Kevin Wolf und Markus Armbruster von Red Hats KVM-Abteilung die Auszeichnung.
Als das innovativste Open-Source-Projekt bekam das Dateisystem Btrfs einen Preis. Laudator Jon “Maddog” Hall von Linux International erzählte, vor 40 Jahren habe er die erste Festplatte benutzt. “Dateisysteme gab es da noch nicht, aber was Btrfs kann, ist großartig.” Für den Hauptentwickler Chris Mason nahm ein Vertreter seines Arbeitgebers Oracle die Auszeichnung entgegen und würdigte die übergreifende Zusammenarbeit mit Novell, Red Hat, Intel und anderen.





