Open Source im professionellen Einsatz

Compiere als abschreckendes Beispiel

"Wie wichtig ist Open ERP die finanzielle Unabhängigkeit?", fragt Thomas Zajac, Inhaber der Baycix GmbH [12]. Er ist bei der Veranstaltung in München zum einen deshalb, weil er in seiner Firma das bisherige ERP-System ablösen will, zum anderen überlegt er, selbst Partner zu werden.

Die Frage beschäftigt ihn, weil er im Lauf des zweijährigen Entscheidungsprozesses auch die ERP-Systeme Compiere, Adempiere und Open Bravo unter die Lupe genommen hat und deren Geschichte kennt. "Wir haben seit letztem Jahr 20 Prozent Fremdkapital von französischen Investoren im Unternehmen", antwortet Xavier Pansaers. "Und ja, wir kennen auch die Compiere-Geschichte. Die wird sich bei uns gewiss nicht wiederholen", versichert er.

Ein ERP hält acht Jahre

Mit seiner zweijährigen Suche nach einem neuen ERP-System liegt Zajac etwas über dem Durchschnitt: Laut Markterhebungen führen Unternehmen etwa alle acht Jahre eine neue kaufmännische Software ein, der Entscheidungsprozess dauert zwischen sechs und 18 Monate. Zajac will in seinem Unternehmen eine proprietäre Lösung für Mittelständler ablösen und hat sich ausschließlich Open-Source-Programme angesehen. Auch deshalb, weil er von den hohen Lizenzkosten herunterkommen will.

Das Hauptkriterium bleibt für ihn aber die Anwenderfreundlichkeit: "Deshalb war SQL-Ledger für uns sofort wieder raus aus dem Rennen", so der Unternehmer. Gemeinsam mit seinen hauseigenen Entwicklern hat er sich über längere Zeit mit Adempiere beschäftigt, das System auf Testrechnern installiert und sich aktiv an der Community beteiligt, berichtet er. Schließlich hat er sich gegen eine Einführung bei Baycix entschieden: "Adempiere ist für unsere Zwecke einfach nicht out of the Box einsetzbar. Man kommt konfigurationstechnisch schnell an Grenzen, speziell bei Geschäftsprozessen", meint Zajac (Abbildung 7).

Abbildung 7: Für Baycix-Chef Thomas Zajac steht Usability an erster Stelle bei einem ERP-System.

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