Kann Open ERP so funktional sein wie SAP?
"So mächtig wie SAP – so einfach wie Quickbook", so beschreibt sich die freie Variante Open ERP [11] auf einem Werbeplakat selbst (Abbildung 6). Seit fünf Jahren ist die belgische Software auf dem Markt und nach eigenem Bekunden bei rund 1000 Downloads pro Tag angekommen. Zahlende Kunden hat das Unternehmen hinter Open ERP bislang vor allem in Frankreich, Belgien, Lateinamerika und anderen "aufstrebenden Ländern", wie der Vertriebschef Xavier Pansaers berichtet. Dies will das Unternehmen künftig ändern und die Geschäfte eher nach Deutschland und Nordeuropa ausweiten.
Bei einer Vertriebsveranstaltung in München wollen Pansaers und sein Kollege Lutz von Peter das Netz mit aktuell sieben Partnern in Deutschland ausbauen. Auf die Frage, ob die Ähnlichkeit von Open ERP mit SAP verkaufsfördernd wirke, lacht Pansaers: "Das ist aktuell unser einziger Werbeaufsteller, und den haben wir für den amerikanischen Markt gemacht. Tatsächlich zielen wir mit dem Vergleich auf Entscheider. Nach unserer Erfahrung wählen viele einfach SAP, ohne sich näher mit dem Thema zu befassen. Denn mit dem Einsatz des Marktführers können sie ihre Entscheidung immer rechtfertigen, auch wenn es anschließend Probleme mit der Software gibt."
Open ERP ist beeindruckend funktionsvielfältig: Finanzbuchhaltung, CRM, Vertrieb, Projektverwaltung, Materialwirtschaft und Personalverwaltung bis hin zu einem integrierten Workflow-Designer. Mehr als 950 Module haben das Unternehmen und seine Partner gemeinsam mit einer agilen Community programmiert. Ein Partner hat für die Datev-Anbindung gesorgt; bis auf wenige Ausnahmen stehen die Pakete unter Open-Source-Lizenzen wie der AGPL. Allerdings sind darunter viele länderspezifische Ergänzungen, die den Durchschnittsanwender selten interessieren.
Updates gegen Bezahlung
Geld verdient das belgische Unternehmen mit Software-Maintenance sowie Trainings und indem es seinen Partnern mit Beratungsleistung aushilft. Entwicklern aus der Community rät Open ERP, die selbst programmierten Module bei dem Unternehmen zertifizieren zu lassen. Das stelle sicher, dass die Module Teil der so genannten "Software-Garantie" werden, eines der Hauptwerbeargumente des Anbieters. Hiermit verspricht der Hersteller den Code Update-fähig zu machen, sich um Bugfixes zu kümmern und vorhandene Installationen auf Kundenwunsch zu migrieren.
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