Open Source im professionellen Einsatz

Aus dem Alltag eines Sysadmin: Terminator

Arnis Gnome

Freunde sind ein reines Sympathie-Ding, Namen und Aussehen spielen da kaum eine Rolle. Sysadmin Charly hat gleich ein sehr anschauliches Beispiel für diese These.

Abbildung 1: Eine der Arbeitsumgebungen, die Magazin-Kolumnist Charly Kühnast täglich nutzt. Im Terminator zieht er die einzelnen Shells per Drag and Drop an eine neue Position, ohne dass sie sich überdecken.

Ich arbeite fast täglich mit ihm zusammen, auch manche Nacht verbringe ich mit ihm, dem Terminator. Natürlich nicht mit der Filmfigur, die hunderte Statisten, oder deren Mime, der die englische Sprache sowie den kalifornischen Staatshaushalt auf dem Gewissen hat. Aber das Thema ist zu ernst für flache Witze, denn es geht um mein Hauptarbeitsgerät: Terminator [1] doubelt seit einiger Zeit meine Gnome-Terminals.

Shellfenster vermehren sich auf meinem Desktop mit karnickelartiger Vehemenz. Drei Fenster für diverse Logs, drei für Htop-Anzeigen schwächelnder Server, eins für Mail, eins für IRC, eins fürs Bash-Skript zwischendurch. Vergrößere ich eines der Fenster, überdeckt es sofort andere. Tabs sind keine Lösung – ich brauche die Logs ständig im Blick.

Die Zahl meiner SSH-Verbindungen kann selbst der Terminator nicht dezimieren, mir in der täglichen Shell-Schlacht aber das Schussfeld freihalten. Mit [F11] kommandiere ich ihn in den Vollbildmodus. Jetzt teile ich das Terminal horizontal ([Strg]+[Shift]+[O]) oder vertikal ([Strg]+[Shift]+[E]) und schiebe die Shell-Grenzen per Maus zurecht.

Abbildung 1 zeigt eine der Arbeitsumgebungen, die ich täglich nutze. Die einzelnen Shells lassen sich prima mit der Maus per Drag and Drop an eine neue Position ziehen. Mit [Strg]+[Tab] wechsle ich der Reihe nach durch die Shells, oder ich navigiere mit [Strg]+[Shift]+[P] vor (previous) oder mit [Strg]+[Shift]+[N] zurück (next). Noch leichtfüßiger, gerade in komplexen Layouts, bewege ich mich mit [Alt] und gleichzeitig gedrückten Cursortasten.

Brauche ich für lange Log-Zeilen mehr Platz, maximiert [Strg]+[Shift]+[X] die gerade aktive Shell. Danach bringt die gleiche Tastenkombination die Shell wieder auf ihre Ausgangsgröße zurück. Benötige ich eine Shell nicht mehr, beende ich sie klassisch mit »exit« oder mit [Strg]+[Shift]+[W].

Gruppendruck

Um mehrere Shells simultan mit Befehlen zu versorgen, gruppiere ich sie: Ich klicke im Fenstermenü einer Shell auf »new group« und gebe der Gruppe einen Namen. Per Fenstermenü kommen weitere Konsolen hinzu. Jedes Kommando, das ich in einer Gruppen-Shell eintippe, führen auch die anderen in der Gruppe aus. Nach getaner Arbeit entlasse ich sie wieder in ihre Unabhängigkeit.

Ehrlich gesagt habe ich einen Heidenrespekt vor dieser Funktion, weil ich sicher irgendwann mal vergesse, eine Gruppe aufzulösen, und unfreiwillig zum Terminator werde. Deshalb nehme ich für solche Aufgaben lieber Cluster SSH.

Wo ich gerade beim Clustern bin: Mein Zelt fürs diesjährige LUG-Camp in der Schweiz ist schon gepackt. Wer Berge, Bier und freie Software mag, findet unter [2] die Details. I'll be back. (jk)

Der Autor

Charly Kühnast administriert Unix-Systeme im Rechenzentrum Niederrhein in Kamp-Lintfort. Zu seinen Aufgaben gehören die Sicherheit und Verfügbarkeit der Firewalls und der DMZ. Im heißen Teil seiner Freizeit frönt er dem Kochen, im feuchten Teil der Süßwasseraquaristik und im östlichen lernt er Japanisch.

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