Open Source im professionellen Einsatz

Problemfall Dateisystem

Fast alle in Sleuthkit enthaltenen Kommandozeilen-Werkzeuge besitzen Schalter, um die unterstützten Dateisysteme und Imageformate aufzulisten. Auch das Programm Fls, das eigentlich dazu dient, Files und Verzeichnisse in einem Image anzuzeigen, gibt mit der Option »-f list« alle unterstützten Filesysteme aus (siehe Abbildung 1).

Abbildung 1: Sleuthkit unterstützt mittlerweile eine längliche Liste von Dateisystemen, auch auf Mac OS X. Prominente Vertreter wie ZFS, XFS oder Reiser fehlen zwar noch, aber auch die teure proprietäre Konkurrenz kann das nicht besser.

Abbildung 1: Sleuthkit unterstützt mittlerweile eine längliche Liste von Dateisystemen, auch auf Mac OS X. Prominente Vertreter wie ZFS, XFS oder Reiser fehlen zwar noch, aber auch die teure proprietäre Konkurrenz kann das nicht besser.

Leider fehlen noch wichtige Dateisysteme wie XFS, Reiser oder Btrfs. Ein schwacher Trost ist, dass auch jene Forensiker mit solchen Einschränkungen leben müssen, die mit teurer proprietärer Software arbeiten. Der Markt bietet dafür derzeit keine zufriedenstellende Lösung. Den Nutzern von Open-Source-Produkten steht immerhin der logische Zugriff mit Linux-Bordmitteln offen. Anwendern proprietärer Programme unter Windows bleibt nur der Griff zu aufwändigem File Carving [4]. Debian-basierte Systeme bringen zusätzlich noch XFS-Werkzeuge wie Xfsdump oder Xfsprogs.

Auch beim Shootingstar ZFS sieht es mit Sleuthkit schlecht aus. Dem Admin, der Suns Filesystem im Einsatz hat, bleibt nur die logische Auswertung, etwa mit den in der vorigen Ausgabe des Linux-Magazins beschriebenen Tools [5].

Undelete

"Alle reden von Backup, aber jeder will eigentlich Restore", so lautet ein häufig von Consultants postulierter Spruch. Das Wiederherstellen versehentlich gelöschter Dateien ist nicht nur für den Forensiker, sondern auch für Administratoren keine triviale Aufgabe. Gut dran ist zweifelsfrei derjenige, der Dateien auf einem NTFS-Dateisystem sucht. Im Bordmittel-Paket der Linux-Distributionen befindet sich das Programm Ntfsundelete, Debianer erhalten es durch die Installation der Ntfsprogs. Der im Linux-Magazin-Artikel [6] beschriebene rekursive Ansatz stellt mit einer Bash-Schleife so die meisten gelöschten Dateien einer NTFS-Partition wieder her. Probleme bereiten Dateien, deren Blöcke das Betriebssystem bereits ganz oder auch nur teilweise wieder überschrieben hat.

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