An der Nabelschnur
Steht der Webdienst nicht zur Verfügung, sind die Inhalte überhaupt nicht erreichbar. Netzwerkverbindungen sind zwar in den letzten Jahren immer schneller und verlässlicher geworden, doch gleichzeitig steigt der Gebrauch von WLAN und Mobilfunk-Internet, der anfällig für Abbrüche bleibt. Hier haben lokale Desktop-Anwendungen mit Offline-Fähigkeit einen unbestreitbaren Vorteil. Ein IMAP-Client wie Kmail beispielsweise erlaubt es dem Anwender auch abseits aller Netzwerke, die lokal zwischengespeicherten E-Mails zu bearbeiten. Die Antworten verschickt er später, sobald das Notebook wieder ans Netz geht.
Ein Versuch, so etwas fürs Web zu verwirklichen, war die Browser-Erweiterung Google Gears [4], die Online-Anwendungen einen lokalen Zwischenspeicher im Browser anbot. Damit versuchten etwa die Groupware-Entwickler von Tine 2.0, Offline-Funktionalität umzusetzen (Abbildung 2). Das Gears-Projekt wurde jedoch zugunsten einer standardisierten Lösung im Zuge von HTML 5 eingestellt [5]. Derzeit sind sich die Browserhersteller noch über Implementierungsdetails uneins, und so müssen die Benutzer weiter auf brauchbare Offline-Modi für Browseranwendungen warten.
Die Teamarbeit an Dateien stellt eine weitere Schwäche der Webanwendungen dar. Der gemeinsame Zugriff auf Wiki-Seiten etwa funktioniert in der täglichen Praxis gut, inklusive Versionsverwaltung. Sie eignen sich aber weder für druckreife Dokumente noch für größere Tabellenblätter. Cloud-Suiten wie Google Apps (siehe Artikel in diesem Schwerpunkt) bilden hier die Ausnahme, etwa weil sie das Bearbeiten gemeinsamer Dateien direkt im Browser ermöglichen.
Lokaler Zwischenstopp
In den meisten Webanwendungen sieht der Arbeitszyklus für Officedokumente aber den Download auf den lokalen Rechner vor, wo der Anwender die Dateien mit einem nativen Programm bearbeitet und dann wieder hochlädt. Die Webanwendung kümmert sich in diesem Fall lediglich um das Speichern, Versionieren und weitere Metadaten. Eine Webvorschau von Open-Document-Dateien scheint in vielen Fällen schon das Höchste der Gefühle darzustellen.
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