Open Source im professionellen Einsatz

Bloßes Metall

Technisch betrachtet muss ein Bare-Metal-Hypervisor aber auch viele Dinge implementieren, die ein gängiger Betriebssystemkern auch besitzt. Wer wegen des geringen Angebots an Bare-Metal-Desktops diese Überlegung weiter verfolgt, kommt zu folgendem Szenario: Der Admin nimmt ein möglichst schlankes Linux, das kaum mehr tun muss als einen gängigen Typ-2-Hypervisor auszuführen. Auf diesem wiederum läuft das (möglichst einheitliche) Clientbetriebssystem, auf dem die PC-Anwender arbeiten.

Die vielen, klar getrennten Schichten des Setups reduzieren letztlich auch die Komplexität, weil sich nur das schlanke Hostsystem unter dem Hypervisor auf die tatsächlichen Hardwaregegebenheiten einstellen muss – und die Autoprobing-Fähigkeiten eines Mini-Linux sind bekanntlich gut. Offenbar gibt es noch keine Setups, die Out-of-the-Box einsetzbar wären. Nach Recherchen dieser Zeitschrift entwickelt die deutsche Linux-Firma Univention an einem solchen Produkt [4]. Laut Geschäftsführer Peter Ganten leitet es sich von einem hauseigenen Thinclient-Managementsystem ab.

Die Zukunft wirds weisen

Für Ganten steht übrigens nicht der Aspekt der Vereinheitlichung im Vordergrund, sondern Funktionalität und Sicherheit: So schätzt er die die Möglichkeit, mehrere Gastsystem-Images auf jedem PC zu lagern, und diese bei einem gescheiterten Update aller PCs einer Firma auf Knopfdruck wieder remote auf den Stand des Vortages zurückzustellen.

Auch Schulungsfirmen, die ihre Rechner schnell umwidmen wollen, profitieren von der lokalen Virtualisierung. Auf Firmenlaptops, wo man die private Nutzung kaum verbieten kann, stelle die Auftrennung in zwei Gastimages laut Ganten die nötige Sicherheit wieder her. Als besten Hypervisor sieht der Linux-Veteran Virtualbox an, Bare Metal hält er für eine reine "Marketingnummer". Bleibt abzuwarten, ob er Recht behält.

Vor- und Nachteile von Virtualisierung direkt auf dem PC

+ Gute Multimedia-Leistung, keine Probleme mit Peripheriegeräte zu erwarten

+ Mehrere Betriebssysteme bootbar, sogar parallel

+ Funktioniert auch ohne Server und Netz

- Auf unterster Ebene hardwareabhängig

- Kein HA möglich

- Kaum Produkte am Markt

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