Web-Apps
Ein Auswahlmenü fügt lokal vorgehaltene Bilder ein. Solche von externen Websites bindet der Anwender nicht direkt über die Zwischenablage in den Text ein, sondern speichert sie temporär auf dem lokalen System und lädt sie dann über das Menü auf den Google-Server hoch. Tabellen und Zeichnungen fügt der Nutzer durch Copy&Paste oder über das Web-Clipboard in das Dokument ein. Drag&Drop innerhalb eines Dokuments funktioniert einwandfrei. Die Rechtschreibprüfung hakt manchmal, oft moniert eine rote Schlangenlinie nicht vorhandene Schreibfehler. Die Dokument-App unterstützt leider nicht die im deutschen Sprachraum verwendeten typografischen Anführungszeichen.
Die Tabellenanwendung erlaubt einfache Berechnungen, geläufige Funktionen zu benutzen und zugehörige Diagramme zu erzeugen. Es fällt auf, dass manche Funktionen – etwa das automatische Auffüllen von Tabellenzellen mit bestehenden Formeln oder Werten – fehlen.
Mit der Zeichnungs-App erstellt der Nutzer auf einfache Art und Weise Grafiken. In Dokumente eingefügten Zeichnungen bearbeitet er nach dem Markieren direkt im Dokument, die Änderungen reicht das System jedoch nicht an die Zeichnungs-App weiter. Das Dokumenten-Menü ermöglicht es unter »Datei | Einfügen | Zeichnen ...«
, eine Zeichnung auch direkt im Dokument anzulegen.
Gemeinsam stark
Punkten kann Chrome OS, wenn es um die Zusammenarbeit übers Netz geht: Textdokumente oder Tabelleninhalte bearbeiten mehrere Nutzer auf Wunsch gleichzeitig – auch von anderen Desktops aus (siehe Kasten "Text und Tabellen"). Der Eigentümer, der ein Dokument anlegt, gibt es zur Bearbeitung frei. Chrome OS verschickt dann eine Nachricht per E-Mail an die jeweils neu Bevollmächtigten. Nun dürfen alle zusammen und auch zur gleichen Zeit die freigegebenen Dokumente bearbeiten. Änderungen kennzeichnet Chromium durch farbige Markierungen. Fährt ein Bearbeiter mit dem Mauspfeil darüber, erscheint der Name des jeweiligen Verfassers (siehe Abbildung 5).
Die Übertragung der Änderungen von einem Rechner zum anderen geschieht in Echtzeit, jeder Anwender verfügt sofort über den neuesten Stand eines Dokuments. Die Web-Apps unter "Text und Tabellen" funktionieren gut. Für eine Webanwendung beherrschen sie zwar alle wichtigen Funktionen, mit dem Funktionsumfang von lokalen Officepaketen halten sie aber zumindest in Spezialfuktionen nicht immer mit. Dafür laufen sie zumindest beim Test mit einem Breitbandanschluss hinreichend schnell, um effizient mit ihnen zu arbeiten.
Text und Tabellen
Nicht in allen Browsern ging die Zusammenarbeit mit den Google-Webapplikationen fließend voran. Beim Aufruf eines Dokuments im Internet Explorer 8 ohne installierte Google-Chrome-Frames nutzte die Anwendung zunächst nicht die gesamte Bildschirmhöhe aus, auch behinderten Verzögerungen bei der Zeicheneingabe und -darstellung die Arbeit sehr. Zum Teil verschluckte der Browser beim schnellen Schreiben Zeichen, und dies selbst bei kabelgebundener Netzwerkverbindung. Windows-Nutzer greifen besser auf einen anderen Browser wie etwa Firefox zurück, soll es nicht Google Chrome sein.
Debian GNU/Linux hatte keine Probleme bei der Zusammenarbeit mit Chrome. Der Google-Browser selbst hat sowohl HTML 5 als auch eine schnelle Javascript-Engine in seinem Lastenheft stehen und fordert dies auch von anderen Browsern [6].
Die Kooperation "in the cloud" fasziniert: Unkompliziert und ohne Installation weiterer Software arbeiten mehrere Personen an einem Dokument – in der Form ist das bei klassischen Officepaketen noch nicht der Standard. In der aktuellen Fassung von Chromium OS müssen sich Anwender noch bei jeder Software erneut mit ihrem Google-Account anmelden. Bleibt zu hoffen, dass Chrome OS durch Single-Sign-on auf Grundlage des System-Login Zugang zu alle Anwendungen ermöglicht.
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