Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 02/2011

Bücher über NoSQL-Datenbanken und über Open NMS

Tux liest

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Die erste Buchbesprechung passt hervorragend zum Titelthema dieser Ausgabe, denn das behandelte Werk gibt auf nur 300 Seiten eine Einführung in rund 30 NoSQL-Datenbanken. Der zweite vorgestellte Titel richtet sich an Sysadmins und widmet sich dem Systemmanagement mit Open NMS.

 

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Dem jüngsten Hype-Thema der Datenbankwelt sachlich und detailliert auf den Grund gehen möchte das Buch "NoSQL: Einstieg in die Welt nichtrelationaler Datenbanken" von Stefan Edlich, Achim Friedland, Jens Hampe und Benjamin Brauer. Das Team um den Universitätsprofessor Edlich hat sich einer Mammutaufgabe gestellt und schafft auf knapp 300 Seiten einen vollständigen Überblick über die Vielzahl der Datenbanken.

Datenbank-Kategorien

Dazu unterteilten die Autoren die Datenspeicher in vier Kategorien: Key-Value- und Column-Family-Systeme, Document Stores und Graphendatenbanken. Nach Grundlagen und Definitionen folgt der Einstieg in das theoretische Grundgerüst: Map-Reduce-Verfahren, CAP-Theorem, Konsistenzmodelle, Hashing, Vector Clocks und Verfahren zur Konfliktbehandlung wie Multiversion Concurrency Control (MVCC) erklärt das Buch ebenso wie das Integritätsmanagement mit Protokollen der Paxos-Familie. Die Autoren führen mit anschaulichen Grafiken auch Einsteiger korrekt und kompetent ans Thema heran.

Besonders wertvoll machen das Buch aber die Kapitel 3 bis 7, die jeweils einer der vorher definierten NoSQL-Kategorien gewidmet sind. Anhand der wichtigsten Vertreter diskutieren die Autoren Hbase, Cassandra und Amazons Simple DB als Vertreter der Wide Column Stores sowie Couch DB und Mongo DB als Document Stores. Auch bei reinen Onlinesystemen wie Simple DB weichen die Autoren nicht von ihrem Schema ab, das bei jeder Datenbank vom Allgemeinen über das Datenmodell, Installation, Beispiele für die wichtigsten-Operationen in mehreren Programmiersprachen bis zu einer abschließenden Bewertung reicht.

Bei den Key-Value-Datenbanken finden sich Redis, Chordless und Riak, die Graphendatenbanken sind gleich mit zwölf Beispielen vertreten, darunter Sones, Neo4j und Infogrid. Die letzten beiden Kapitel des Buches zeigen weitere NoSQL-Ansätze und bieten Hilfe zur Orientierung im Datenbankwald.

Als einziger negativer Aspekt an diesem Buch ist wohl seine Kürze zu nennen: Wer die Grundlagenkapitel abzieht, bekommt auf 217 Seiten fast 30 verschiedene Datenbanken vorgestellt. Dennoch hält das Werk, was der Titel verspricht, und bietet einen idealen Einstieg in die NoSQL-Welt.

Info


Stefan Edlich, Achim Friedland, Jens Hampe, Benjamin Brauer:

NoSQL

Hanser 2010

290 Seiten

30 Euro

ISBN: 978-3-446-42355-8

 

Open NMS praktisch

"Ich möchte informiert werden, wenn eine Serverplatte einen bestimmten Füllstand erreicht." Solche Bedürfnisse befriedigen Netzwerkmanagement-Systeme wie Open NMS. Mit diesem freien Softwarepaket beschäftigt sich das gleichnamige Buch von Alexander Finger, Klaus Thielking-Riechert und Ronny Trommer. Nach einer kurzen Open-NMS-Historie bieten die Autoren einen "Schnellkochkurs für das Netzwerkmanagement" mit Installation und Schnellstart. Danach geht es detaillierter um Konzepte und Konfiguration. Das Buch beschreibt das Anzapfen der unterschiedlichen Quellen, insbesondere SNMP, und die automatischen Benachrichtigungen in unterschiedlichen Eskalationsstufen via SMS oder Mail. Andere Ausgabeformate sind Maps und Reports, sowohl grafisch als auch tabellarisch.

Mit zahlreichen XML-Listings der Konfigurationsdateien wendet sich dieser Titel vor allem an Praktiker: Statt abstrakter Syntaxbeschreibung lernt der Leser vornehmlich an Beispielen. Abgerundet wird das Buch durch Fallstudien, die diverse Einsatzmöglichkeiten und deren Einrichtung beschreiben. Daneben gibt es Tipps zur Störungssuche und Hinweise zur Einführung eines Netzwerkmanagement-Systems.

Auch wenn Open NMS in anderen Büchern erwähnt wird, ist das vorliegende das einzige zu ausschließlich diesem Thema. Und so wird es zu einem wichtigen Nachschlagewerk. Es empfiehlt sich allerdings, den Band einmal komplett durchzuarbeiten. Nur mit diesem Wissen lässt er sich effektiv zum Nachschlagen nutzen, denn der Index fällt dürftig aus. Endlich ein Buch, das sich speziell Open NMS widmet, wenn auch mit Verbesserungspotenzial. (mhu)

Info


Alexander Finger, Klaus Thielking-Riechert, Ronny Trommer:

OpenNMS

Dpunkt 2010

380 Seiten

37 Euro

ISBN 978-3-89864-656-7

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